Freundeskreis bastelt an Betreibermodell : Ein Hospiz für Schleswig rückt näher

Einen Scheck über 4000 Euro stellte Rotary-Präsidentin Heda Silbernagel für Enno Körtke vom Freundeskreis Hospizdienst aus.
Einen Scheck über 4000 Euro stellte Rotary-Präsidentin Heda Silbernagel für Enno Körtke vom Freundeskreis Hospizdienst aus.

Mehrere Gönner wollen eine Einrichtung für sterbenskranke Menschen unterstützen.

alf clasen.JPG von
22. September 2017, 07:00 Uhr

Schleswig kommt einem stationären Hospiz Schritt für Schritt näher. Derzeit führe er viele konstruktive Gespräche, sagt Enno Körtke vom Vorstand des Freundeskreises Hospizdienst Schleswig. „Der Betrieb könnte durch eine gemeinnützige GmbH erfolgen, an der sich wiederum Dritte beteiligen können, um das Netzwerk zu festigen.“ Man wolle keineswegs die ambulante Hospizarbeit, hinter der der Kirchenkreis steht, infrage stellen, betont Körtke. „Im ambulanten Hospizdienst wird hervorragende Arbeit geleistet – ehrenamtlich. Ohne dieses Ehrenamt würde das ganze Netzwerk nicht funktionieren.“

Klar ist, dass ein stationäres Hospiz mit den geplanten acht Betten viel Geld kostet. Zur Finanzierung schwebt Körtke, von Beruf Vorstandsmitglied der Nord-Ostsee-Sparkasse, ein Stiftungsmodell vor. Der Stiftung würde das Hospiz selber, also die Immobilie, gehören. Diese würde wiederum an den Betreiber vermietet. Und was das Startkapital der Stiftung angeht, da kann Körtke positive Nachrichten vermelden. Er habe bereits die Zusage von Gönnern, die ganz beträchtliche Summen spenden wollten.

Ob es dann auf einen Neubau, der wohl bis 2,5 Millionen Euro kosten würde, oder eine bestehende Immobilie im Stadtgebiet hinauslaufen wird, hänge von den finanziellen und räumlichen Bedingungen ab, so Körtke weiter. „Möglicherweise haben Stadt oder Kirchenkreis Liegenschaften, die sich hierfür anbieten.“

Dass die Initiative für ein stationäres Hospiz in Schleswig auf breite Zustimmung in der Gesellschaft stößt, zeigt eine Aktion des Rotary-Clubs Schleswig-Gottorf. Deren Mitglieder hatten beim jüngsten Gottorfer Landmarkt im Mai ehrenamtlich den Kartenverkauf übernommen und dabei zugleich um Spenden für die Hospizidee geworben. „Das war ergreifend zu erleben, wie Alt und Jung gleichermaßen gespendet haben“, sagt die amtierende Rotary-Präsidentin Heda Silbernagel. Den Erlös von 4000 Euro übergab sie jetzt in Form eines symbolischen Schecks an Enno Körtke.

Auch nach Inbetriebnahme würde ein stationäres Hospiz    weiter auf Spenden angewiesen sein, erklärt der Mann vom Freundeskreis. „Leider ist gesetzlich noch keine Kostendeckung einer solchen Einrichtung gegeben.“ Körtke ist gleichwohl überzeugt, dass es im Schleswiger Raum viele Menschen gibt, die die Initiative unterstützen würden. Denn: „Wir sterben alle einmal. In häuslicher Atmosphäre wäre schön, geht aber nicht immer.“ Und auch für Heda Silbernagel steht fest: „Ein stationäres Hospiz ist eine super Idee.“

> Eine Informationsveranstaltung zu den Themen Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung veranstaltet der Freundeskreis Hospizdienst am Donnerstag, 28. September, im Hotel Waldschlösschen. Beginn ist um 18.30 Uhr. Gastredner ist Rechtsanwalt Thomas Menzel. Eine Anmeldung ist erforderlich über: www.freundeskreis.sh/kontakt, Telefon 04621/99  17  21 oder per Mail an info@freundeskreis.sh

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