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Süderbrarup : Ein Haus auf Rädern für die Brandopfer

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Zweimal sind die Unterkünfte von Martina und Joachim Post abgebrannt. Bernd Sopha und Karl Mommsen spendeten ihre Arbeitskraft.

Martina und Joachim Post aus Süderbrarup sind zweimal abgebrannt. Mit dem Bau eines rollenden Wohncontainers sorgten Bernd Sopha und sein Schwager Karl Mommsen aus Husum nun dafür, dass die Familie wieder einen menschenwürdigen Lebensraum erhielt.

Martina Post ist nach eigenen Angaben anfällig gegen Elektrosmog. Deshalb konnte sie nach dem Brand ihres Reetdachhauses im September vergangenen Jahres nicht einfach zur Überbrückung in ein Hotelzimmer umsiedeln. Das Ehepaar richtete sich deshalb einen Schuppen als provisorischen Wohnraum ein. Dieser geriet im März durch eine Kaminüberhitzung ebenfalls in Brand – und war nicht durch eine Versicherung abgedeckt (wir berichteten). Diese beiden Schicksalsschläge lösten eine Welle der Hilfsbereitschaft aus – es gab Geldspenden, Kleidung, Textilien und die Möglichkeit, sich bei einer Haushaltsauflösung zu bedienen.

Der Möbeltischler Bernd Sopha und Heizungsbauer Karl Mommsen wollte ebenfalls helfen – nicht mit Geld, sondern mit ihrer Arbeitskraft. „Die erste Idee war, diesen Schuppen wieder wohngerecht herzustellen“, verrät Sopha. Der Plan war zunächst, ein neues Dach auf das Gebäude zu setzen und alles ein wenig wohnlicher zu machen. Doch bei einem Besuch in Süderbrarup erführen die Helfer dann, dass die Familie Post langfristig nach Norwegen auswandern will. „Da sind wir auf die Idee mit dem Container auf dem Pkw-Anhänger gekommen“, erklärt Sopha fort. Der Vorteil: Martina und Joachim Post haben auf ihrem Grundstück in Süderbrarup ein Dach über dem Kopf und könnten auch auf der Fahrt nach Norwegen darin schlafen und leben.

Und so entstand ein fester, isolierter Holzbau auf einem vier Meter langen und 2,20 Meter breiten Anhänger. 320 Arbeitsstunden investierten Sopha und Mommsen in das Häuschen und ließen sich bei Detailfragen auch clevere Lösungen einfallen. Das Material steuerte Familie Post bei.

Auf etwa zehn Quadratmetern haben sie jetzt eine Schlafmöglichkeit und können an einem kleinen Tisch auch Mahlzeiten einnehmen. Beide dankten allen Spendern und insbesondere den beiden Containerbauern.

Im nächsten Zug will Familie Post ihr altes Haus mit Versicherungsgeldern wieder aufbauen. Das Grundstück ist bereits von Schutt freigeräumt. Doch ein Käufer für das 6000 Quadratmeter große Gelände in seinem derzeitigen Zustand hat sich noch nicht gefunden. Da es sich im Außenbereich von Süderbrarup liegt, sind Fristen beim Wiederaufbau einzuhalten, da sonst ein Neubau nicht mehr möglich ist.

„Wir haben inzwischen einen Architekten beauftragt, der mit einer Zeichnung fristgerecht den Bauantrag gestellt hat“, erläutert der Ehemann. Er geht davon aus, dass das Grundstück nach Fertigstellung des Hauses leichter zu verkaufen ist. Und mit dem Erlös will man dann nach Norwegen ziehen.

 

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