Hollingstedter Storchenfreunde : Ein gutes Jahr für Meister Adebar

Storchen-Experten ziehen positive Bilanz: Deutlich mehr Nachwuchs als im Vorjahr und sogar einige Neuansiedlungen.

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23. Juli 2014, 22:01 Uhr

Die Hollingstedter Storchenfreunde und Jörg Heyna, Weißstorchgebietsbetreuer in den Kreisen Nordfriesland und Schleswig-Flensburg, waren schon zum zweiten Mal mit einer Hebebühne unterwegs, um den Jungstörchen „Personalausweise“ zu verpassen – Ringe von denen später Alter und Geburtsort abzulesen sind. Die Beringung ist eine erste Bestandsaufnahme der Storchenpopulation in diesem Jahr. Grund für die doppelte Arbeit waren die unterschiedlichen Brutzeiten. Die ersten Störche kamen in diesem Frühjahr bereits Mitte Februar und die letzten erst Mitte Mai – als die ersten Küken schlüpften, fingen andere Storchenpaare erst an zu brüten.

Die ersten Nestbesichtigungen lassen auf ein gutes Storchenjahr hoffen. Die Zahl der belegten Nester hat zugenommen. Ebenfalls die Anzahl der geschlüpften Küken. Endgültige Zahlen gebe es für die einzelnen Kreise noch nicht, da nicht alle Nester mit der Hebebühne zu erreichen sind. Doch alles deute darauf hin, dass die Saison erfolgreicher als im Vorjahr werde.

Insgesamt hat Jörg Heyna 180 Jungstörche beringt, davon rund 40 im Bereich Hollingstedt-Bergenhusen. 46 Horstpaare (52 im Jahr 2013) brüteten im Kreis Schleswig-Flensburg, davon 30 mit Jungen (Vorjahr 25), 16 Horstpaare ohne Junge (27). 69 Jungstörche werden großgezogen (Vorjahr 48) und 42 sind gestorben (Vorjahr 35). Es gab in diesem Jahr zwei Vierlingsnester und dreimal Drillinge.

Erwähnenswert für die Storch-Experten ist die Tatsache, dass dieses Jahr viele Nester, die sonst immer belegt sind, leer blieben. So waren in Hollingstedt drei Nester nicht besetzt, in Dörpstedt zwei und in Treia eins. Dafür gab es in Angeln eine Neuansiedlung in Arup bei Struxdorf. In Bergenhusen hat sich ein Storch aus Belgien niedergelassen, er zieht zwei Junge auf, und in Owschlag einen Storch aus Schweden, der drei Jungstörche im Nest hat. Das Haupt-Storchendorf bleibt Bergenhusen. Hier brüteten 14 Paare, es schlüpften 48 Küken, von denen 28 überlebten.

Im Frühjahr wurde eine neue Nesthilfe von der Netz-AG in Börm-Nordsee aufgestellt. Allerdings siedelten sich dort keine Störche an, sondern Brandgänse. Angriffe von Störchen konnten sie abwehren. Ausgebrütet wurden acht Küken, die nach dem Schlüpfen aus dem Nest sprangen, trotz der Höhe wohlbehalten landeten und zu dem nahe liegenden Wasserlauf rannten.

Im Kreis Nordfriesland brüteten zwölf Paare (11 Paare), in neun Nestern wurde gebrütet (9), zwei Nester ohne Junge (2), 18 Jungstörche werden aufgezogen (15) und 9 verstarben (14). In St.-Peter-Ording sind es 16 Paare mit 39 Jungen und auf Föhr sieben Paare mit zehn Jungen. Es gab zwei Vierer- und eine Dreierbrut.

Im Kreis Rendsburg-Eckernförde, der von Jürgen Lustig und Hartmann Schlender betreut wird, sind 34 Nester belegt (Vorjahr 32), in 23 wurde gebrütet (23), 11 Horstpaare blieben ohne Junge (9), (57 Jungstörche wurden gezählt (46) und es gab 19 tote Jungstörche.

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