Norden-Festival in Schleswig und Hadersleben : Ein grenzüberschreitendes Kulturprogramm

Beim Vorbereitungstreffen in Hadersleben: Karsten Wiesel (Kurzfilmfestival Flensburg; li.) und Manfred Pakusius (Norden-Festival; 2. v.li.) mit Vertretern der Stadt Hadersleben sowie Claudia Koch (Kulturstiftung Schleswig-Flensburg; 2. v. re.) und Sandra Martensen (Jugenzentrum Schleswig; rechts)
Beim Vorbereitungstreffen in Hadersleben: Karsten Wiesel (Kurzfilmfestival Flensburg; li.) und Manfred Pakusius (Norden-Festival; 2. v.li.) mit Vertretern der Stadt Hadersleben sowie Claudia Koch (Kulturstiftung Schleswig-Flensburg; 2. v. re.) und Sandra Martensen (Jugenzentrum Schleswig; rechts)

Das Norden-Festival im Spätsommer auf den Königswiesen hat einen Partner in Dänemark gefunden.

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14. Juni 2018, 12:58 Uhr

Hadersleben ist ungefähr so groß wie Schleswig, liegt an einem Fjord, der an die Schlei erinnert, und hat einen mittelalterlichen Dom, der die Altstadt prägt. Die dänische Stadt ganz im Norden von Nordschleswig liegt rund 100 Kilometer und eine gute Autostunde von uns entfernt.

In diesem Sommer sollen sich Schleswig und Hadersleben näher kommen. Dafür sorgt das europäische Interreg-Programm „Kurs Kultur“ zusammen mit dem „Norden“-Festival, das im Spätsommer auf den Königswiesen stattfindet, und dem „Trekant“-Festival in Hadersleben und sechs weiteren Städten im Süden Dänemarks.

Im Mittelpunkt der Zusammenarbeit steht ein Jugendaustausch. Gestern stellte „Norden“-Macher Manfred Pakusius das Konzept gemeinsam mit Dirk Wenzel und Claudia Koch von der Kulturstiftung Schleswig-Flensburg vor. Die Stiftung war maßgeblich daran beteiligt, Gelder aus dem EU-Fördertopf zur Vertiefung der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit zu generieren.

Pakusius hatte früh die Fühler nach Dänemark ausgestreckt. Schließlich stehen die skandinavischen Länder bei seinem Festival vom 30. August bis zum 16. September im Mittelpunkt. Als Kooperationspartner hatte der Hamburger Pakusius dabei zunächst Schleswigs offizielle Partnerstadt Vejle im Blick – musste aber bald feststellen, dass diese Städtepartnerschaft fast nur auf dem Papier existiert und es vor allem keine Fördertöpfe gibt, aus denen sich eine Zusammenarbeit mit Partnern aus Vejle bezuschussen ließe.

So kam Hadersleben ins Spiel. Die Stadt liegt ebenso wie Schleswig in der EU-geförderten Grenzregion Schleswig/Sønderjylland. Die Kulturstiftung Schleswig-Flensburg und die Kommune Hadersleben stellten erfolgreich einen Förderantrag über 25 000 Euro. Mit dem Geld kann Pakusius nun Künstler finanzieren, die im kurzen Abstand sowohl auf dem „Norden“- als auch auf dem „Trekant“-Festival auftreten. So kommt am 31. August die Stelzentheater-Gruppe Oakleaf nach Schleswig und am 7. September die dänische Bestseller-Autorin Andrea Hejlskov. Die Macher der Flensburger Kurzfilmtage zeigen am 2. September eine Auswahl von deutschen und dänischen Filmen.

Im Mittelpunkt der Zusammenarbeit steht aber der Jugendaustausch. Zehn junge Schleswiger nehmen – vermittelt durch das Jugendzentrum – an einem dreitägigen Workshop vom 31. August bis 2. September in Hadersleben und Schleswig teil. Der Kopenhagener Breakdancer Jacob Molboe alias „J-Stickz“ studiert mit der einen Hälfte der Gruppe einen Tanz ein, der dann auf den Festivals aufgeführt wird. Die andere Hälfte bemalt in einem Urban-Art-Projekt alte Türen – begleitet vom Hamburger Graffiti-Urgestein Gerrit Peters alias „Tasek“.

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