Ein Gottesdienst für alle Sinne

Ursula Zahrnt (63), verheiratet, zwei Kinder,  wurde in Wuppertal geboren. In der evangelischen Kirche wirkt sie seit 25 Jahren aktiv mit. Julia Stolp (35) ist gebürtige Berlinerin. Sie ist verheiratet und hat drei Kinder. Vor 23 Jahren begann ihr kirchliches Engagement. Sie ist Mitglied der evangelisch-freikirchlichen Gemeinde der Baptisten. Foto: Jennert
Ursula Zahrnt (63), verheiratet, zwei Kinder, wurde in Wuppertal geboren. In der evangelischen Kirche wirkt sie seit 25 Jahren aktiv mit. Julia Stolp (35) ist gebürtige Berlinerin. Sie ist verheiratet und hat drei Kinder. Vor 23 Jahren begann ihr kirchliches Engagement. Sie ist Mitglied der evangelisch-freikirchlichen Gemeinde der Baptisten. Foto: Jennert

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04. März 2011, 12:43 Uhr

Schleswig | Im Gotteshaus der Baptistengemeinde beginnt am heutigen Freitag um 18 Uhr ein ökumenischer Gottesdienst. Anlass ist der Weltgebetstag, der in diesem Jahr dem südamerikanischen Land Chile gewidmet ist. Zum Organisationsteam des Gottesdienstes zählen Ursula Zahrnt und Julia Stolp. Im Freitags-Interview mit unserem Redaktionsmitglied Dirk Jennert berichten sie, warum ihnen der Weltgebetstag so wichtig ist.

Frau Zahrnt, Frau Stolp, die Organisation des Gottesdienstes zum Weltgebetstag ist mit großem ehrenamtlichen Engagement verbunden. Aus welchen Gründen nehmen Sie diese Arbeit auf sich?

Zahrnt: Mir bereitet es große Freude, mit Frauen verschiedener Konfessionen zusammen zu arbeiten. In Schleswig sind das Frauen aus der evangelischen und katholischen Kirche, Frauen der Baptisten- und Methodistengemeinde. Die Ökumene ist mir wichtig. Sie hilft dabei, Vorurteile gegenüber anderen Glaubensrichtungen abzubauen. Gleichzeitig kann man voneinander lernen. Und das wiederum stärkt den eigenen Glauben.

Stolp: Ich habe mit 14 Jahren das erste Mal an der Vorbereitung eines Gottesdienstes zum Weltgebetstag mitgewirkt. Das war im Jahr des Mauerfalls, und es stand die Tschechoslowakei im Mittelpunkt. Das war sehr spannend. Ich habe es von Anfang an als sehr interessant empfunden, die Art und Weise kennen zu lernen, wie in anderen Ländern die Gottesdienste gefeiert werden. Und was die Ökumene anbelangt: Bei dem Gottesdienst zum Weltgebetstag gibt es überhaupt keine Berührungsängste.

In diesem Jahr steht Chile im Mittelpunkt. Was erwartet die Besucher im Gemeindehaus der Baptisten?

Zahrnt: Sie können einen Gottesdienst mit allen Sinnen erleben. Chilenische Frauen haben die Gottesdienstordnung mit Liedern und Bibeltexten unter dem Leitwort "Wieviele Brote habt ihr" erstellt. Der Gedanke des Habens, Dankens, Teilens steht im Mittelpunkt des Gottesdienstes. Mit Musik und Gedanken zu Fragen des Landes reisen wir gemeinsam nach Chile. Im Anschluss laden wir zu einem landestypischen Imbiss ein. Dabei spielt Brot auch eine Rolle. Chile ist das Land mit dem zweithöchsten Brotverbrauch nach Deutschland.

Stolp: Beim Schmücken des Raumes werden wir auf die geographische Struktur des Landes eingehen. Chile hat eine gewaltige Ausdehnung, vergleichbar mit der Entfernung Dänemark-Sahara. Allerdings ist das Land an einigen Stellen nur 90 Kilometer breit.

Jedes Jahr ist ein anderes Land an der Reihe, die wesentlichen Inhalte des Gottesdienstes zum Weltgebetstag zu formulieren. Wer legt die Länder-Reihenfolge fest?

Zahrnt: Es gibt ein internationales Kommitee mit Sitz in New York, das sich mit dieser Frage befasst. Das Kommitee tagt alle fünf Jahre. Das deutsche Weltgebetstagskommitee hat seinen Sitz in Bayern. Dort treffen sich dann alle Landeskirchen und reichen die Informationen an die Kirchenkreise weiter. In Schleswig sind wir elf Frauen aus vier Konfessionen, die den Gottesdienst gemeinsam vorbereiten.

Zwischen 100 und 120 Besucher werden heute Abend erwartet. Ist damit zu rechnen, dass auch Menschen aus Chile darunter sein werden?

Zahrnt: In Fahrdorf lebt ein chilenisches Ehepaar. Das laden wir ein.

Stolp: Wir hatten schon häufig das Glück, auch Gottesdienstbesucher aus dem Land begrüßen zu können, dem der jeweilige Weltgebetstag gewidmet war, zum Beispiel aus Kamerun. Die Atmosphäre war so schön, dass wir uns wie in Afrika gefühlt haben. Und als die Kirchentür aufging, hatten wir draußen 20 Zentimeter Neuschnee.

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