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Sicherheitspolitischer Empfang in Schleswig : Ein Geschwader mit Zukunft

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Die Tradition sicherheitspolitischer Empfänge lebt in Schleswig wieder auf. Kommodore Michael Krah berichtet von Investitionen in den Standort Jagel.

Sicherheitspolitische Empfänge haben in Schleswig eine lange Tradition. Schließlich war die Schleistadt über Jahrzehnte Bundeswehrstandort. Doch mit dem Abzug der letzten Truppen und der Schließung der Kaserne auf der Freiheit kam auch die Veranstaltung, die den Zweck hat, den sicherheitspolitischen Diskurs zu beleben, zum Erliegen. Jetzt haben die Stadt und der Arbeitskreis Reserveoffiziere Schleswig/Flensburg gemeinsam einen Neustart gewagt – und sind auf große Resonanz gestoßen. 75 Gäste aus Politik, Militär und Gesellschaft waren am Mittwochabend der Einladung zum sicherheitspolitischen Empfang im Ständesaal des Rathauses gefolgt. „Solche Veranstaltungen wie diese sind wichtig“, befand Bürgermeister Arthur Christiansen. „Sicherheitspolitik spielt in einem Land wie Deutschland eine große Rolle.“

Zwar beherbergt Schleswig seit zwölf Jahren keine Streitkräfte mehr, doch mit dem Taktischen Luftwaffengeschwader 51 „Immelmann“ in Kropp/Jagel befindet sich gleichwohl eine Bundeswehr-Einheit in unmittelbarer Nachbarschaft. Zumal der Flugplatz auch noch als „Fliegerhorst Schleswig-Jagel“ geführt wird. So war denn auch mit Geschwaderkommodore Oberst Michael Krah (48) ein passender Gastredner für den Abend gefunden.

Krah, seit 15 Monaten Chef der „Immelmänner“, lieferte den Anwesenden eine positive Prognose zur Zukunft des Luftwaffen-Standortes. Allein in diesem Jahr würden 9,2 Millionen Euro in die Infrastruktur des Geschwaders investiert. Bis zum Jahr 2021 seien sogar stolze 146 Millionen Euro für Bauvorhaben eingeplant. So ist das 1300 Soldaten zählende Geschwader weiter als Drohnen-Standort vorgesehen, zudem soll 2017 das „Ausbildungszentrum für abbildende Aufklärung der Luftwaffe“ vom bayerischen Fürstenfeldbrück hierher verlegt werden. Und die derzeit noch in Hohn stationierten 14 Learjets der Gesellschaft für Flugzieldarstellung (GFD) sollen ab 2019 von Jagel aus abheben. „Ich bin sehr guter Dinge. Wir werden zukunftsfähig gemacht“, betonte Krah.

Das gelte auch für die 25 Tornado-Jets des Geschwaders, die derzeit umfassend modernisiert würden. Nach bisheriger Planung solle der 40 Jahre alte Flugzeugtyp noch bis 2025 fliegen, ehe er vom Eurofighter ersetzt wird. Da der Eurofighter die notwendigen technischen Anforderungen aber bisher nicht erfülle, werde erwogen, das Waffensystem sogar bis zum Jahr 2040 zu verlängern, erklärte Krah. Für den Oberst steht trotz des hohen Alters des Tornados fest: „Mit diesem Flugzeug ist durchaus noch ein Krieg zu gewinnen.“

Im zweiten Teil seines Vortrags schilderte Krah seine Erfahrungen in Afghanistan. 2007 hatte der Luftwaffenoffizier das Einsatzgeschwader der Bundeswehr am Hindukusch geleitet. Auch in den folgenden Jahren, in denen er in verschiedenen Stabsstellen der Bundeswehr diente, war Krah wiederholt in Afghanistan – und konnte seinem Publikum so Informationen aus erster Hand liefern. „Die Situation in Afghanistan ist unglaublich schwierig und komplex“, sagte Krah und erläuterte die explosive Gemengelage aus Taliban, Söldnern, Kriminellen und Korruption. Auf die eingangs von Bürgermeister Christiansen gestellte Frage, ob sich der Bundeswehr-Einsatz am Hindukusch gelohnt habe, fand Krah am Ende jedoch eine durchaus optimistisch stimmende Antwort: „Die afghanischen Sicherheitskräfte sind mittlerweile in der Lage, das Land halbwegs unter Kontrolle zu haben. Es geht, wenn auch nur langsam, aufwärts in Afghanistan.“

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erstellt am 25.Sep.2015 | 07:34 Uhr

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