Schloss Gottorf : Ein Gemälde in drei Teilen

Museumsdirektorin Kirsten Baumann, Künstler Ingo Kühl, Restauratorin Anne-Christine Henningsen und Kurator Christian Walda (von links) sorgten gestern dafür, dass alle drei Bilder an ihren richtigen Platz gelangten.
Museumsdirektorin Kirsten Baumann, Künstler Ingo Kühl, Restauratorin Anne-Christine Henningsen und Kurator Christian Walda (von links) sorgten gestern dafür, dass alle drei Bilder an ihren richtigen Platz gelangten.

Ein Triptychon des schleswig-holsteinischen Künstlers Ingo Kühl hängt seit gestern auf Schloss Gottorf.

shz.de von
26. Juni 2018, 07:00 Uhr

„Felsenküste – Azoren“ heißt ein dreiteiliges Gemälde, das seit gestern im Kreuzstall auf Schloss Gottorf zu bewundern ist. Der in Berlin und auf Sylt lebende Künstler Ingo Kühl hatte das Triptychon dem Freundeskreis Schloss Gottorf geschenkt, nun hängt es als Dauerleihgabe des Freundeskreises im Museum für Kunst und Kulturgeschichte. „Ich vermeide selbst das Wort Triptychon, das ist für mich schon zu religiös konnotiert“, sagte Kühl. „Ich nenne es lieber dreiteilig.“ Die Idee, ein solches Gemälde zu schaffen, sei ihm nicht gleich von Anfang an gekommen. „Das ist ein mühseliger, auch körperlicher Schaffensprozess, in dem ich mich befinde. Je nach Kraft wird dann kleiner oder größer gearbeitet. Zunächst ist da quasi Chaos, und man muss selbst Ordnung reinschaffen“, beschrieb Kühl seine Erfahrung mit dem insgesamt 150 mal 495 Zentimeter großen Ölbild.

Kühl ist als gebürtiger Bovenauer stark mit dem Norden verbunden. „Da hat man das Meer einfach im Blut“, sagte der Künstler. Als besonders schade empfand es dementsprechend auch Kurator Christian Walda, dass das Schloss bis jetzt noch keines seiner Gemälde ausstellen konnte. Angeregt durch den Freundeskreis war Kühl nun erfreut, dies nachzuholen. „Das tat aber auch wirklich Not“, meinte Walda.

Der Freundeskreis hat zwei weitere maritime Bilder Kühls gekauft. Ein Werk aus dem Jahr 1988 befand sich bereits im Bestand des Museums. Auch Anne-Christine Henningsen, Restauratorin der Stiftung, war gestern dabei, als das Triptychon aufgehängt wurde. So konnte sie sich ihre Fragen direkt vom Künstler beantworten lassen. „Solche Informationen sind für unser Archiv wichtig, aber auch das eigene Interesse ist natürlich groß“, sagte Henningsen. Auch Gottorf-Sprecher Frank Zarp zeigte sich begeistert von der Arbeit des Künstlers: „Erst wenn man ganz nah rangeht, dann kann man so viele Farben sehen und die verschiedenen Pinseltechniken“, meinte er, als er auf Tuchfüllung mit den Ölgemälden ging.

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