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Schleswiger Nachrichten

20. September 2017 | 20:28 Uhr

Schuby Open Air : Ein Festival der besonderen Art

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Die örtliche Siedlergemeinschaft organisiert zum fünften Mal das Open Air Schuby.

von
erstellt am 10.Jul.2017 | 13:50 Uhr

Schuby | Der Sportplatz in Schuby bekommt in diesem Sommer eine neue Zufahrt. Doch die Bauarbeiter hinken dem Zeitplan hinterher, bis zum vergangenen Wochenende war erst ein Teil der Auffahrt gepflastert. „Die Arbeiten sind bestimmt eine Woche im Verzug“, sagt Dietmar Dollase. Obwohl genau an dieser Stelle schon in wenigen Tagen mehrere Tausend Musikfans aufs Gelände strömen sollen, lässt sich der Vorsitzende der Schubyer Siedlergemeinschaft aber nicht aus der Ruhe bringen. „Man muss eine gewisse Gelassenheit an den Tag legen“, betont der 57-Jährige.

Vielleicht liegt genau darin eines der Erfolgsgeheimnisse des Open Air Schuby, das vom kommenden Donnerstag bis Sonnabend zum nunmehr fünften Mal über die Bühne geht und für das die Siedlergemeinschaft mit rund 100 Mitstreitern seit gut einem Jahr plant. Fakt ist: Das von einem Verein ehrenamtlich organisierte Festival ist in dieser Form wohl einzigartig in der Region. Denn während etwa das professionell aufgezogene Baltic Open Air immer größere Dimensionen annimmt, sind mittelgroße Festivals wie in Jübek oder Wallsbüll mittlerweile von der Bildfläche verschwunden. In Schuby aber spielen regionale Bands weiterhin im zweijährigen Rhythmus auf – und alle Musikbegeisterten können ohne Eintritt dabei sein. „Wenn man erst mit Eintritt anfängt, dann wollen auch die Bands mehr Geld haben“, sagt Dollase. Und Kassenwartin Corinna Rusch ergänzt: „Wir wollen ja auch viele Kids dabei haben. Deswegen halten wir auch die Getränkepreise günstig.“

Etwas für die Schubyer zu machen – das war die Triebfeder, als die heute 135 Mitgliederfamilien zählende Siedlergemeinschaft 2009 ihr erstes Open-Air-Festival auf die Beine stellten. „Wir sind alle mit Spaß und Herzblut dabei. Und wir merken, dass das ankommt“, erklärt Dollase. Die Vereinsmitglieder bauen nicht nur alles auf, sie stehen auch am Grill und verkaufen Getränke. „Wir müssen kein Geld damit verdienen, deshalb steht auch kein Druck dahinter“, sagt der pensionierte Soldat Dollase.

In diesem Jahr erstreckt sich das Festival erstmals über drei Tage. Beim sogenannten Warm Up am Donnerstag spielen die ersten drei der insgesamt 17 Bands und bieten eine bunte Mischung aus keltischem Rock, Country und Ska. Am Freitag kommen traditionell die Freunde harter Klänge auf ihre Kosten, wenn Metaller wie die Rammstein-Coverband „LOS!“ Vollgas geben. Der Sonnabend schließlich steht eher im Zeichen von Mainstream-Musik, die ein breiteres Publikum anspricht.

Mehr als 100 Bands hätten sich beworben, sogar aus Südafrika und Australien seien Anfragen gekommen, berichtet Dollase. „Doch wir bleiben lokal. Hier in der Umgebung gibt’s genug gute Bands.“ Für die Kontakte in die Musikszene hat die Siedlergemeinschaft mit Peter Quante einen Experten in den eigenen Reihen. Er hat früher beruflich lange Zeit die Kieler Woche mitorganisiert. „Peter regelt alles mit der Musik“, sagt Dollase.

Natürlich, und da machen die Organisatoren keinen Hehl draus, hängt auch der Erfolg des Schubyer Open Air zum großen Teil vom Wetter ab. Dass Petrus diesmal mitspielt, dafür sorgt möglicherweise der Segen von ganz oben. Das Programm am Sonnabend beginnt um 15 Uhr erstmals mit einem Gottesdienst. Dollase: „Pastorin Popp hatte angefragt. Ich glaube, das wird eine Bereicherung.“

Gibt es Pläne, das Festival in den nächsten Jahren vielleicht noch größer aufzuziehen? Dietmar Dollase schüttelt mit dem Kopf. An dem bisherigen Konzept werde man festhalten. „Es sei denn, es kommt ein Sponsor und finanziert uns den Auftritt von Helene Fischer“, sagt er und lacht.

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