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Schleswiger Nachrichten

17. Oktober 2017 | 03:21 Uhr

Übung in Busdorf : Ein Fall für Spezialisten

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Eine Einsatzübung in Busdorf hält 180 Rettungskräfte auf Trab – auch Katastrophenschutz des Kreises und der Löschzug-Gefahrgut rückten an.

Ein Brand und 16 verletzte Menschen – so lautete der Alarm, den die Rettungsleitstelle Nord in Harrislee am Sonnabendmorgen meldete. Bei Verladearbeiten sei es auf dem Gelände des Betriebes „ATR-Landhandel“ am Königshügel in Busdorf zu einem Unfall und zu Vermengung von Pflanzenschutzmitteln gekommen, die zu einer chemischen Reaktion mit Explosion und Verpuffung von Gefahrenstoffen geführt habe. Nun stehe eine rund 3000 Quadratmeter große Lagerhalle in Brand – und eben einige Mitarbeiter seien verletzt worden.

Glücklicherweise handelte es sich dabei jedoch nur um eine Übung, die 180 Einsatz- und Rettungskräfte bewältigten. Nur wenige Minuten nach dem Alarm rückten die zahlreichen Einsatzfahrzeuge an, darunter Haddebys Freiwillige Feuerwehren aus Busdorf, Borgwedel, Fahrdorf und Selk sowie die Brandschützer der Stadt Schleswig, der Löschzug-Gefahrgut „LZG“, der Katastrophenschutz des Kreises, die Rettungshundestaffel und die Unfallhilfe-Teams der Johanniter und des DRK sowie die Polizei aus Busdorf.

Am Einsatzort gab es reichlich zu tun. Rund drei Stunden waren die Retter mit der Personensuche und Menschenrettung, der Hilfeleistung und Brandbekämpfung sowie der Entfernung von möglichen Gefahrenstoffen beschäftigt. Insbesondere die Einsatzkräfte des „LZG“, die mit schwerem Atemgerät in ABC-Vollgummi-Schutz wie Astronauten ausgerüstet waren, meisterten die Personensuche in der dicht verqualmten und ihnen unbekannten Lagerhalle mit Bravour. Inmitten der rund 3000 Quadratmeter umfassenden Halle sahen die Retter nicht die Hand vor den Augen – und auch das Hören war angesichts des dichten Schutzanzuges und dem Geräusch der automatischen Atemluftversorgung eingeschränkt.

Für die zahlreichen Akteure bedeutete der Übungseinsatz eine körperliche Herausforderung bis an die eigenen Grenzen. Weitere Herausforderungen waren das Zusammenspiel und die Koordination der verschiedenen Rettungseinheiten und der gemeinsamen Logistik. Für die „verletzten Mitarbeiter des Landhandel-Unternehmens wurde ein mobiles Behandlungszelt aufgebaut. Und auch eine Dekontaminations-Station zur Entfernung von Gefahrenstoffen an ihnen und ihrer Kleidung kam zum Einsatz.

Großes Lob ernteten die Akteure von Landrat Wolfgang Buschmann, der die Übung bis zum Ende begleitete. Auch die „ATR“-Unternehmensleiter sowie die Vertreter der Kreisfeuerwehren, des Leitungsdienstes für Katastrophenschutz, Haddebys Amtsvertreter um Frank Ameis sowie Busdorfs Bürgermeister Peter Seemann verfolgten das Spektakel. „Die Einsatzübung macht deutlich, in welcher Komplexität die unterschiedlichen Einsatzkräfte im Zusammenspiel kooperieren und koordinieren müssen. Hier treffen sich verschiedene Spezialisten, die miteinander kommunizieren und eine umfangreiche Leistung erbringen. Das ist alles Ehrenamt und sehr, sehr lobenswert“, sagte Buschmann. „Jeder Handgriff sitzt. Das Zusammenspiel hat funktioniert“, lobte auch Kreisbrandmeister Mark Rücker. Uta Drews, ATR-Betriebsleiterin für Stückgutlogistik, zeigte sich dankbar für den Einsatz zum Schutz der Bevölkerung. „Diese praktische Übung bleibt bei den Mitarbeitern haften. Sie zeigte uns, wie wichtig Orientierung ist“, sagte Drews.

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