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Schleswiger Nachrichten

19. Oktober 2017 | 13:26 Uhr

Neuberend : Ein Dorf feiert Geburtstag

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Mit einem bunten Festprogramm erinnerte Neuberend an die Leistungen seiner ersten Kolonisten vor genau 250 Jahren.

shz.de von
erstellt am 29.Sep.2014 | 09:56 Uhr

Sie waren gekommen, um zu bleiben: 1764 wanderten ganze Familien von Süddeutschland in den hohen Norden, um in der Berender Heide sesshaft zu werden. Ein Vermächtnis des Pioniergeistes und der Willenskraft dieser Kolonisten sind nicht nur die bis heute erhaltenen Familiennamen wie Wamser, Oehlert und Witt – die alle Nachfahren dieser ersten Kolonisten sind – sondern auch die Existenz der Gemeinde Neuberend.

250 Jahre später hat sich das einstige Kolonistendorf fein herausgeputzt, um zu Ehren seiner Begründer ein großes Geburtstagsfest zu feiern. Eigens dafür hatten die Bewohner ihre Hecken und Zäune schon Tage zuvor mit Girlanden und Lichterketten geschmückt. Zudem verkündeten Transparente mit Aufschriften wie „Neuberend – weil wir hier zu Hause sind“ sowie die blumige Zahl „250“ am Dorfeingang das runde Jubiläum, welches das ganze Wochenende über gefeiert wurde.

Die Eröffnung erfolgte am Sonnabend auf dem Sportplatz, wo die neue Gemeindefahne das erste Mal offiziell gehisst wurde. „Sie symbolisiert unsere Gemeinschaft in Neuberend“, sagte Bürgermeister Hans-Helmut Guthardt. Es folgte ein bunter Nachmittag, der neben einer langen Kaffeetafel – die kostenlosen Kuchen und Torten kamen so gut an, das kein Krümel übrig blieb – unterhaltsame Darbietungen des Sportvereins VfL Idstedt/Neuberend bot. Im Festzelt brachte die Gruppe „Drums-Alive“ von Dörte Gimm-Diedrichsen mit ihren Drumsticks Gymnastikbälle zum Beben, während Jazztänzer ihren energiegeladenen Sport in der Halle präsentierten.

Ein weiterer Festakt folgte um 18 Uhr in der Turnhalle. Bürgermeister Hans-Helmut Guthardt nutzte die Gelegenheit, an die ersten Bewohner Neuberends zu erinnern: „Am 5. August 1763 fand vor Schloss Gottorf die Vereidigung der Neuberender Kolonisten und die Hofzuweisung durch Verlosung statt.“ Aus diesem Anlass hatten die Feierlichkeiten zum Dorfjubiläum bereits im August 2013 mit einem Glas Sekt begonnen – daran und an die seitdem stattgefundenen Veranstaltungen in Gedenken an die Kolonisten erinnerten Fotos an den Wänden der Sporthalle. Trotz der widrigen Bedingungen auf dem kargen Boden hätten es die Kolonisten geschafft, „den Grundstein für unsere schöne Gemeinde zu legen“. So sei Neuberend zu dem geworden, was es heute ist. Der Bürgermeister bedankte sich bei der Arbeitsgruppe um Elisabeth Faber-Boeck und Klaus Pölig, dass sie die Vergangenheit mit ihren Veranstaltungen das ganze Jahr über lebendig werden ließen.

Der Abend wurde dann bunt und laut. Dafür sorgten zunächst drei Chöre aus Neuberend und Nübel sowie die Samba-Band Sambalegria der Kreismusikschule. Mit dem beeindruckenden Feuerspucker von „Charivari“ verlagerte sich die Feier anschließend nach draußen, wo am Abend im Festzelt zur Musik von den „Beatniks“ getanzt wurde. Den offiziellen Abschluss bildete gestern ein Gottesdienst in der Turnhalle mit anschließendem Frühschoppen.

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