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Bürgermeister-Kandidat Ingo Harder : Ein bunter Hund auf dem Weg ins Rathaus

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Ingo Harder tritt für das Bündnis für Bürger bei der Bürgermeisterwahl an.

Wer in der Ladenstraße ein Gespräch mit Ingo Harder führen möchte, muss sich auf viele Unterbrechungen gefasst machen. „Moin, Ingrid“ ruft er, dreht sich um und lässt ein fröhliches „Volker, hallo!“ folgen.

„Ich bin bekannt wie ein bunter Hund, das könnt ihr ruhig schreiben“, sagt der Bürgermeisterkandidat des Bündnisses für Bürger (BfB). „Andere Kandidaten kennt man vielleicht aus der Zeitung. Mich kennen die Leute wirklich.“ Es ist ziemlich genau ein Jahr her, dass er in der SN-Redaktion anrief und fragte, ob wir schon wüssten, dass es einen neuen Kandidaten für das Bürgermeisteramt gebe. Auf die Frage, wer das denn sei, antwortete er trocken: „Ingo Harder.“ Kurz zuvor hatte er sein „Schlei-Café“ aufgegeben, das er fünf Jahre lang zusammen mit seiner Lebensgefährtin Inge Schiebe betrieben hatte. Wir kannten ihn als Veranstalter von Beachpartys und Kohltagen auf dem Kornmarkt.

Aber Kommunalpolitik und Verwaltung? Sollte es irgendwelche Zweifel daran gegeben haben, dass er es ernst meint mit seiner Bewerbung um das Bürgermeisteramt, so konnte er sie bald zerstreuen. Er schloss sich den neu gegründeten Freien Wählern für Schleswig (FWS) an. In einer Kampfabstimmung um die Bürgermeisterkandidatur der FWS unterlag er Arne Olaf Jöhnk.

Während Jöhnk seine Bewerbung im Sommer zurückzog, ist Ingo Harder immer noch da. Inzwischen als Kandidat des BfB. Für diese Gruppe ist er im Mai in die Ratsversammlung gewählt worden. „Ich bin jetzt von den fünf Kandidaten der einzige, der auch im Stadtrat sitzt“, betont er. Das sei mit vielfältigen Verpflichtungen verbunden und nicht immer leicht in Einklang zu bringen mit seinem Hauptberuf als selbstständiger Fliesenleger. An diesem Montag kam er mit einstündiger Verspätung zur Ratssitzung. Er hatte Terminarbeiten in Nordfriesland zu erledigen.

Er kennt die Arbeitswelt aus verschiedenen Perspektiven. Bevor er Kleinunternehmer wurde, war er bei Danfoss angestellt und leitete dort viele Jahre den Betriebsrat. Für die IG Metall saß er in der Tarifkommission Küste. Auf diese Ämter verweist er, wenn ihn jemand nach seiner Verwaltungserfahrung fragt. Viel lieber aber spricht er darüber, was er als Bürgermeister in der Stadt konkret bewegen möchte: vor allem wieder produzierendes Gewerbe anlocken. Auch aus Skandinavien. Da gebe es gute Chancen, schließlich seien die Lohnkosten in Deutschland niedriger als in Dänemark. „Wir brauchen neue Arbeitsplätze auch für Menschen ohne Abitur.“

Warum sollte man ihn sonst noch wählen? „Weil ich das Herz dazu habe und mit Menschen umgehen kann.“

Wenn es nicht klappen sollte mit der Wahl, wird sich Ingo Harder nicht lange grämen. Dann hätte er wieder mehr Zeit für sein größtes Hobby: im Straßencafe sitzen, Kaffee trinken, schmöken und dabei mit den Leuten schnacken. Es dauert nie lange, dann kommt wieder jemand vorbei, den er kennt.

 

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erstellt am 13.Sep.2013 | 18:00 Uhr

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