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Fotowettbewerb „100 Bilder des Jahres 2013“ : Ein ausgezeichneter Schnappschuss aus Schafflund

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Hobby-Fotografin Dörthe Haupt drückte zum richtigen Zeitpunkt auf den Auslöser: Mit ihrem Bild gewann die 43-Jährige beim bundesweiten Fotowettbewerb „100 Bilder des Jahres 2013“ den Hauptpreis.

Von Bildbearbeitungsprogrammen hält sie gar nichts, sie besitzt nicht mal ein gutes. Und damit umgehen könne sie auch kaum, sagt Dörthe Haupt. Die 43-Jährige aus Schafflund ist zwar seit eineinhalb Jahren Mitglied der dortigen Fotogruppe, besucht die Treffen regelmäßig und mit viel Freude – aber auch an einer Fotoschulung hat sie noch nie teilgenommen. Und doch hat sie gerade das geschafft, wovon mancher Hobbyfotograf seit langem träumt. Sie hat einen bundesweiten, renommierten Fotowettbewerb gewonnen, landete bei „100 Bilder des Jahres 2013“ der Gesellschaft für Fotografie an der Spitze. 2500 Bilder aus ganz Deutschland waren eingereicht worden.

Man könnte sagen, Dörthe Haupt, die im Edeka-Markt in Schafflund arbeitet, ist ein genialer Schnappschuss gelungen. Was ihren Mann und ihre beiden Kinder daran besonders freut: Das einzige Bild, das sie einreichte und das laut Jury auf Anhieb auf dem Haufen der Bilder landete, die auf jeden Fall eine Runde weiter sind, zeigt ihre Tochter Kira. „Ich habe überhaupt nicht damit gerechnet“, sagt Haupt, die erst vor fünf Jahren das Fotografieren als Hobby entdeckt hat. „Als ich Post von der Gesellschaft für Fotografie bekam, dachte ich erst, es ist nur eine Teilnahmebestätigung – aber es war der Hauptpreis. Das fand ich natürlich richtig toll.“

Eigentlich hätte sie noch fünf weitere Bilder von sich ins Rennen schicken können, denn sechs dürfen es insgesamt sein. „Aber ich hätte gar nicht gewusst, welche noch. Das Bild von meiner Tochter war das einzige, das mir gleich in den Sinn kam“, sagt sie. Darauf, an dem Wettbewerb teilzunehmen, ist sie jedoch nicht von allein gekommen. Jürgen Petersen, der die Fotogruppe Schafflund gründete, hatte die Mitglieder daran erinnert, dass es den Wettbewerb gibt, und dass es ja jeder ruhig versuchen könne.

Gerade erst war Dörthe Haupt mit ihrem Mann, Sohn und Tochter in Berlin, um das Preisgeld in Höhe von 1000 Euro entgegenzunehmen. Und dort hing es dann natürlich, das Bild, das sie aufs Siegertreppchen brachte: „Schleudergang“ nennt sie es. Im Hintergrund schimmert es grün, Tausende Wassertropfen fliegen auf die Linse der Kamera zu. Kira schüttelt ihre klatschnassen Haare, kneift begeistert die Augen zu. Als Dörthe Haupt ihre Tochter im vergangenen Sommer im Garten fotografierte, war sie zwölf Jahre alt. Wie so oft hatte sie sich das Trampolin auf den Rasen gezogen, darunter den Wassersprenger gestellt, damit er sie vollspritzt. „Als ich sie beobachtet habe, dachte ich plötzlich: Das sieht toll aus, wie ihre Haare fliegen, das könnte ein schönes Bild werden, und habe meine Kamera geholt“, erinnert sich Haupt. „Ich wollte versuchen, festzuhalten, wie sie ihren Kopf schüttelt.“

Das ist ihr mit ihrer handelsüblichen Canon Eos 550 ziemlich gut gelungen; und das Bild ist komplett unbearbeitet, „darauf bin ich schon stolz“. Schön fand sie es sofort, als sie es sich auf dem Computer anschaute – doch da blieb es dann erstmal, bis sie und weitere Fotogruppen-Mitglieder ermutigt wurden, an dem Wettbewerb teilzunehmen. Natürlich habe sie Kira vorher gefragt, ob sie das Bild dafür verwenden darf – und die habe sofort ja gesagt. Haupt gibt zu: „Es ist das einzige Bild von mir, das ich toll finde. Dass ich Talent habe, das will ich von mir selbst gar nicht behaupten. Ich bin eine absolute Hobby-Fotografin.“ Die Jury habe ihr gesagt, dass ihr Bild für den Hauptpreis ausgewählt wurde, weil es so ganz anders war als alle anderen.

Dörte Haupts Foto ist gerade mit denen, die zwar nicht gewonnen, es aber auch unter die „100 Bilder des Jahres 2013“ geschafft haben, auf Deutschlandtour. „Das alles ist wirklich aufregend“, sagt sie. Zu der Schau gibt es einen dicken Hochglanz-Katalog, auf den warte Kira schon sehnsüchtig, um ihn in der Klasse zu zeigen. „Meine Tochter ist ganz stolz auf das Bild – und das darf sie auch sein.“

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erstellt am 18.Mai.2014 | 12:00 Uhr

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