Schleswig : Ein alter Hase auf der Matte

Auf die richtige Technik kommt es an: Jürgen Buttkus hat seinen Trainingspartner Max Kröger fest im Griff.
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Auf die richtige Technik kommt es an: Jürgen Buttkus hat seinen Trainingspartner Max Kröger fest im Griff.

Der Schleswiger Jürgen Buttkus hat mit Mitte 70 den Judosport für sich wieder entdeckt.

shz.de von
17. Januar 2018, 07:00 Uhr

Zweimal in der Woche widmet sich Jürgen Buttkus dem „Randori“, einer Übungsform für Judokas, um Wurf- und Bodentechniken zu trainieren. Der 78-Jährige hat den japanischen Kampfsport vor rund eineinhalb Jahren für sich wieder entdeckt. Der gelernte Tischler hat auch im fortgeschrittenen Alter Gefallen daran, die Falltechniken zu üben und mit seinen Trainingspartnern in der Judo- und Jiu-Jiutsu-Sparte von Schleswig 06 anzuwenden.

Mit wenig Kraft gelingt es den Judokas, ihre Gegner zu Fall zu bringen, sie zu kontrollieren und dennoch Respekt dem anderen gegenüber zu zeigen. „Judo ist ein Lebensstil“, meint Buttkus, der auch im Alltag die erlernten Werte anwendet. Bevor er als Matrose auf dem heutigen Hamburger Museumsschiff „Cap San Diego“ anheuerte, war der gebürtige Magdeburger in jungen Jahren gerne zum Judosport gegangen. Erreicht hatte er damals mit dem siebten Kyu den gelben Gurt – ein Schülergrad in dem Sport, der mehr mit Technik als Kraft funktioniert. Mit diesem Können setzte Buttkus in Schleswig wieder an. Was seinen Trainer Andreas Neumann begeisterte: „Es ist toll, dass Jürgen sich das in seinem Alter zutraut. Er hat sich sehr schnell in die Gruppe eingefunden.“

Tatsächlich fällt Buttkus in der Trainingsgruppe kaum auf, denn altersunabhängig finden sich die Trainingspartner nach Größe, Gewicht sowie Geschlecht zusammen, um miteinander an dem eigenen Können zu arbeiten. Es wird gehebelt, geworfen oder fest am weißen Judoanzug gegriffen, um mit minimalem Aufwand eine maximale Wirkung beim Gegner zu erreichen, wie es in der Fachsprache heißt. Für Buttkus mit 1,68 Meter Größe und 56 Kilo Gewicht kein Problem. So war es kein Wunder, dass der sportliche Senior mit viel Ehrgeiz in die Prüfungsvorbereitung gegangen ist, um den nächsten Kyu mit dem gelb-orangen Gurt zu erreichen. „Ich will mich spüren und auch die Kraft der anderen“, erzählt der pensionierte Sport- und Werklehrer, der sich zudem am Ruderergometer oder mit Läufen durch Stadt und Land fit hält. Judo jedoch sei für ihn eine wahre Goldgrube. „Reicher kann man nicht sein. Das ganze Feeling mit den Leuten hier gibt mir unglaublich viel. Ich fühle mich sehr wohl damit“, sagt Buttkus und zieht seinen Gurt fest.

Regelmäßig finden Prüfungen durch den Deutschen Judo-Bund statt. Für Judoka Buttkus ein Anreiz, um sein Können auszubauen.


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