Bruno-Lorenzen-Schule : Eigene Oberstufe bleibt das Ziel

Einig: Die Schulleiter Siegfried Puschmann (Bruno-Lorenzen-Schule, links) und Hans Hermann Henken (BBZ).
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Einig: Die Schulleiter Siegfried Puschmann (Bruno-Lorenzen-Schule, links) und Hans Hermann Henken (BBZ).

Die Bruno-Lorenzen-Schule schließt einen Kooperationsvertrag mit dem Berufsbildungszentrum.

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09. Januar 2015, 07:45 Uhr

Eine gymnasiale Oberstufe an der Bruno-Lorenzen-Schule – eigentlich ist dieses Thema vom Tisch, nachdem der Schleswiger Schulausschuss im vergangenen November nein gesagt hat. Aber Schulleiter Siegfried Puschmann und sein Stellvertreter Bernd Nissen sehen diese Entscheidung nicht als für alle Zeiten in Stein gemeißelt an. Das machten sie gestern deutlich, als sie einen Kooperationsvertrag mit dem Berufsbildungszentrum (BBZ) abschlossen, der den Übergang ihrer Gemeinschaftsschüler nach der zehnten Klasse auf das berufliche Gymnasium regelt. „Solange ich hier noch tätig bin, wird die eigene Oberstufe kein Thema mehr sein“, sagte Puschmann. Das ist ein überschaubarer Zeitraum. Er wird bereits in einem Jahr pensioniert. Konrekter bezeichnete Nissen die Entscheidung des Schulausschusses als „vertane Chance“.

Die beiden anderen Gemeinschaftsschulen in der Stadt, die Dannewerkschule und die Gallbergschule, hatten bereits vor einigen Wochen ihre Kooperation mit dem BBZ vertraglich festgeschrieben. Die Vereinbarung zwischen BBZ und seiner Schule ist jedoch, wie Puschmann es formuliert, „deutlich schlanker“. Zum Beispiel ist nicht vorgesehen, dass Techniklehrer aus dem BBZ auch Bruno-Lorenzen-Schüler unterrichten. „Wir haben unsere eigenen sehr gut qualifizierten Techniklehrer“, sagte Puschmann. Im wesentlichen werde nun auf Papier gebannt, was ohnehin schon seit Jahren geübte Praxis sei. In jedem Sommer wechseln 50 bis 60 Abgänger der Gemeinschaftsschule an der Suadicanistraße ans BBZ, um dort die Fachhochschulreife oder das Abitur zu machen. Mit dem Vertrag ist nun festgeschrieben, dass alle Schüler, die die formalen Voraussetzungen erfüllen, garantiert einen Platz am BBZ-Gymnasium bekommen.

„Wir haben uns immer schon eng abgestimmt“, sagte Nissen. Als sich zum Beispiel herausstellte, dass viele Oberstufenschüler Nachholbedarf im Fach Mathematik hatten, führte die Bruno-Lorenzen-Schule in ihren zehnten Klassen eine zusätzliche Mathe-Stunde ein.

Anders als Dannewerkschule und Gallbergschule plant die Bruno-Lorenzen-Schule keine Kooperationsverträge mit den beiden regulären Gymnasien in Schleswig. „Nur sehr, sehr wenige unserer Schüler wechseln auf die Domschule oder auf die Lornsenschule“, sagte Puschmann. Es sei für die Jugendlichen einfacher, gemeinsam mit ihren alten Mitschülern auf dem BBZ neu zu starten, als sich in einen bestehenden Klassenverband einzufügen, ergänzte Nissen, der zudem findet: „Aus Gemeinschaftsschulsicht verbietet es sich fast, mit einem Gymnasium zu kooperieren.“ Schließlich habe man den Anspruch, auch gymnasialempfohlene Kinder vollwertig zu unterrichten.

Vor einigen Jahren noch hatte die Bruno-Lorenzen-Schule eine ganz andere Form der Zusammenarbeit mit dem Berufsbildungszentrum angestrebt: Man plante Klassen der BBZ-Oberstufe im Haus der Gemeinschaftsschule unterzubringen. Zumindest räumlich wäre der Traum von der eigenen Oberstufe damit in Erfüllung gegangen. „Leider erklärte die Stadt Schleswig als Schulträger, dass für dieses Vorhaben keine Räume zur Verfügung stehen“, sagte Nissen.

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