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Blick ins neue Krankenhaus : Eier für die Kleinen, Helme für die Großen

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Ursprünglich sollte das neue Krankenhaus an diesem Wochenende eröffnet werden – statt Ärzten und Patienten kam nun der Osterhase.

shz.de von
erstellt am 29.Mär.2016 | 15:23 Uhr

Christoph Stüber hatte gestern im neuen Helios-Klinikum alle Hände voll zu tun. Allerdings nicht in seinem Beruf als Vorabeiter der Reinigungskräfte, vielmehr spielte er den Osterhasen für rund 300 Kinder, die der Einladung zur Ostereiersuche vor und im Krankenhaus gefolgt waren. Um 9.30 Uhr hatten Stüber und seine Kollegen begonnen, hunderte Eier und andere Leckereien zu verstecken. Nachdem sich um 11 Uhr die Türen geöffnet hatten, mussten Schubladen und Ablageflächen immer wieder nachgefüllt werden, damit weitere Kinder auf die Suche gehen konnten – meist mit Hilfe von Mama, Papa oder den Großeltern.

Eigentlich hätte das neue Krankenhaus pünktlich zu Ostern seinen Betrieb aufnehmen sollen. Bekanntlich musste der Termin wegen falsch verlegter Leitungen auf den Sommer verschoben werden. Statt Ärzten, Pflegern und Patienten war nun also außer Christoph Stüber auch der „echte“ Osterhase in dem Gebäude unterwegs, der in der Cafeteria Schokohasen an Kinder verteilte. Doch eigentlich begann die Suche bereits am Bauzaun vor dem Krankenhaus, wo viele kleine Schokoeier baumelten. Später wurde dafür allerdings der Wind zu stark.

Unter den rund 600 neugierigen Besuchern waren nicht nur Kinder, sondern ebenso viele Erwachsene, die sich bei einer Führung durch die zukünftige Kinder- und Geburtsstation informieren ließen. Auch wenn Rezeption und Cafeteria schon einen recht vollständigen Eindruck hinterließen, war bei einer der viertelstündigen Führungen schnell klar, dass man sich nach wie vor auf einer Baustelle befand. Gleich zu Beginn erklärte Krankenhaus-Chef John Friedrich Näthke: „Aus Sicherheitsgründen besteht Helmpflicht.“ Und so bekam jeder Besucher einen weißen Bauhelm auf den Kopf, ehe es los ging.

Kinder- und Geburtenstation sind im Gebäudeteil A untergebracht, in dem die Farbe Orange vorherrscht. In den beiden anderen Gebäuden – B, wo etwa die Grunddiagnostik untergebracht ist, und C, das unter anderem die Notaufnahme beherbergt –, werden jeweils eigene, etwas dunklere Farbakzente gesetzt. Das solle dabei helfen, sich in dem großen Haus zurechtzufinden. „Verlaufen wird so leicht nicht möglich sein“, meinte Andrea Schwarze, Volontärin für Unternehmenskommunikation und Marketing bei Helios. 400 Betten hat das neue Krankenhaus, 50 Prozent davon in Zweibettzimmern. Und exakt 468 Fenster, erklärte sie.

Übrigens, die Fahrstühle waren noch nicht in Betrieb – also hieß es Treppensteigen. Aber zum Glück nur in den ersten Stock, wo die als Wikingerboot geformte Rezeption der Kinderstation bereits fertig ist. Doch viele Decken sind noch offen, die Wände kahl, die Zimmer leer. Dies solle aber nicht mehr lange so bleiben, betonte Andrea Schwarze. „Die Station bekommt einen bunten, maritimen Stil.“ Neben Bildern hinter Bullaugen soll das Motto vor allem durch Motive von Tieren aus der Ostsee umgesetzt werden, die Zimmertüren und Spielzimmer verschönern werden.

Einen Flur weiter gab es im Kreißsaal bunte Lichtspiele an der Decke zu bewundern. „Das soll eine beruhigende Wirkung haben“, erläuterte Schwarze. Daneben bekamen die Besucher ein Familienzimmer zu sehen, das mit zwei Betten schon einen kleinen Eindruck darüber vermittelte, wie die Klinik bei der Eröffnung Mitte Juli aussehen wird. Im Wannenbad war es noch nicht so weit – da, wo die Geburtswanne stehen wird, ragten lediglich die Anschlüsse aus dem Boden. Spätestens am 16. Juli wird aber auch hier alles fertig sein. Das ist der offizielle Umzugstermin. Eine Woche zuvor, am 9. Juli, findet ein Tag der offenen Tür statt. „Dann können die Besucher von Station zu Station gehen und sich informieren“, erklärte Andrea Schwarze.

Ob Näthke dann wieder dabei sein wird, bleibt abzuwarten. Gestern jedenfalls habe er sich bei sechs Führungen „den Mund fusselig geredet“. Und er zeigte sich „sehr zufrieden“ mit der Resonanz.

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