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Schleswiger Nachrichten

17. Oktober 2017 | 06:08 Uhr

Ehepaar lässt sich seit Jahren "anzapfen"

vom

Karin und Günther Pieper aus Ellingstedt spendeten jeweils zum 100. Mal Blut / Nächster Termin in Dörpstedt am 30. Mai

shz.de von
erstellt am 17.Mai.2013 | 03:59 Uhr

Dörpstedt | Fehlte in Schleswig-Holstein - vermutlich aufgrund von Grippewelle, Wetterkapriolen und Urlaubsreisen - in den vergangenen Wochen fast durchgängig bei allen Blutspende-Terminen ein beträchtlicher Teil der regelmäßigen Spenderinnen und Spender, so galt das nicht für den jüngsten Termin in Dörpstedt. Dort gab es unter den 108 freiwilligen Spendern gleich zwei Ehrungen für die jeweils 100. Blutspende. Karin Pieper und ihr Ehemann Günther Pieper betätigten sich zum 100. Mal als Lebensretter für Kranke und Schwerverletzte. Udo Pruß aus Groß Rheide wurde für 75-maliges Spenden geehrt. Peter Nielsen aus Ellingstedt spendete zum 50. Mal und Heiko Luth zum 25 Mal.

Das Ehepaar Pieper aus Ellingstedt besucht schon seit über 30 Jahren Blutspendeaktionen. Als der Führerschein gemacht wurde, war beiden klar, dass sie selbst aufgrund eines Verkehrsunfalls einmal auf Spenderblut angewiesen sein könnten. Das war für die beiden Grund genug, regelmäßig zur Blutspende zu gehen.

Wenngleich Männer im Gegensatz zu Frauen sechs Mal im Jahr spenden gehen dürfen, haben beide nach so vielen Jahren dieselbe Spendenanzahl zusammenbekommen, da Günther Pieper aufgrund seines Schichtdienstes manchmal verhindert war. Karin Pieper fühlt sogar, wenn es Zeit ist, sich wieder einmal anzapfen zu lassen, sagt sie: "Mir bekommt das Blutspenden so gut, dass ich mich danach viel besser fühle." Tatsächlich empfinden das nach Angaben des Blutspendedienstes Nord viele regelmäßige Blutspenderinnen und Blutspender so, was daran liege, dass der Körper animiert werde, in kurzer Zeit neue Zellen zu produzieren.

Das Ehepaar Pieper freut sich über das große Terminangebot für DRK-Blutspendeaktionen in ihrer Region. Sie haben bislang immer unterschiedliche Termine aufgesucht, so wie es gerade in den Terminkalender passte.

Der Blutspendedienst erfährt seit 1961 beste Unterstützung vom DRK-Ortsverein Dörpstedt. Dort finden Spendetermine im Wechsel mit den umliegenden Orten Hollingstedt, Ellingstedt und Groß Rheide statt. Susanne Mosmann, die unter anderem im Kreis Schleswig-Flensburg für den Blutspendedienst als Referentin für Öffentlichkeitsarbeit tätig ist, lobt die Arbeit der lokalen Rotkreuzler: "Die erste Vorsitzende, Frau Friedrichs, und ihr ehrenamtliches Team richten seit vielen Jahren einen schönen Spendetermin in den Räumlichkeiten von Frahms Gasthof im Ortsteil Brünge aus." Durchschnittlich kommen 95 Spendenwillige zur Blutspende in Dörpstedt, denen offenbar auch der abwechslungsreiche und leckere Imbiss mit belegten Broten, Kuchen und Obst vorzüglich schmeckt.

Das Deutsche Rote Kreuz brauche kontinuierlich neue Blutspenderinnen und Blutspender, nicht nur in Zeiten, wo es besonders knapp sei, sagt Mosmann. Ein grundsätzliches Problem sei die Überalterung der Bevölkerung. Mit geringerer Geburtenrate gebe es grundsätzlich weniger junge Menschen, die zu regelmäßigen Spendern werden. Doch in den Kliniken Schleswig-Holsteins gebe es immer mehr ältere Patienten, für deren Behandlung Präparate aus Spenderblut unerlässlich seien.

Interessierte aus der ganzen Region sind aufgerufen, sich am nächsten Blutspendetermin zu beteiligen. Dieser findet in Groß Rheide am Donnerstag, 30. Mai, statt.

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