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Zuschuss aus Kiel : Eggebek zündet den Internet-Turbo

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Beim Ausbau der Breitband-Infrastruktur mit Glasfaser-Leitungen ziehen alle Gemeinden an einem Strang. Das gemeinsame Projekt wird vom Land mit 525.000 Euro gefördert .

Der demographische Wandel wird in weiten Flächen des Kreises brutal zuschlagen. Davon gehen Fachleute fest aus. Die Bevölkerungszahlen werden sinken und zugleich der Altersschnitt steigen. Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken, reagiert der Kreis mit verschiedenen Projekten, eine Schlüsselrolle nimmt dabei der Breitbandausbau ein. Glasfaser bis in jedes Haus – das ist das Ziel der Breitbandstrategie, mit der Standortnachteile ausgeglichen und der Wohnwert auch in strukturschwachen Gegenden gesteigert werden soll. Wie das gehen kann, wollen jetzt die Gemeinden im Amt Eggebek vormachen. Für rund 700.000 Euro sollen gezielt die weitgehend unter- oder unversorgten Gebiete mit Glasfaser versorgt werden. Das Land fördert das Vorhaben mit 525.000 Euro.

„Es ist beispielhaft, wie hier das Engagement von unten Engagement von oben nach sich zieht“, betonte Robert Habeck bei einem Treffen mit den Bürgermeistern der Gemeinden im Amtshaus in Eggebek. Der Minister für ländliche Räume war nicht mit leeren Händen gekommen und wünschte sich, dass die Bereitschaft des Landes, bis zu 75 Prozent der Kosten zu fördern, von weiteren Gebietskörperschaften möglichst schnell in Anspruch genommen wird, um die Breitband-Grundversorgung auszubauen. Im Amt Eggebek hat die Gemeinde Jörl die Federführung für das kooperative Vorgehen aller übernommen – ein Projekt mit Vorbildcharakter, so der Minister.

„Das Jahr 2014 ist in diesem Zusammenhang ganz entscheidend“, sagte Habeck. In diesem Jahr beginnt eine neue EU-Förderperiode, in der das Land bis 2020 für den Breitband-Ausbau 20 Millionen Euro zur Verfügung stellen will, deutlich mehr als in der abgelaufenen Förderperiode, so der Minister. Und: „Ich halte es für möglich, dass von der Antragstellung bis zur Förderzusage nicht mehr als ein Jahr vergeht – wenn alle an einem Strang ziehen.“

Im Amt Eggebek wird die Firma Freikom aus Schwesing (Nordfriesland) gezielt die unversorgten Gebiete in den Bereichen Janneby (Süderzollhaus), Jörl, Sollerup, Süderhackstedt und Wanderup (Kragstedt) mit Glasfaserkabeln ausstatten. Diese werden zwar noch nicht an jedes Haus geführt (Fiber to the Home, FTTH), aber immerhin bis zu den örtlichen Verteilerstationen. Auch wenn die Daten von dort per Kupferkabel übertragen werden, so wird sich die Internetgeschwindigkeit doch deutlich erhöhen – zu 98 Prozent auf mindestens 2 Mbits/s bis zu 50 Mbits/s. Wer entlang der Kabelstrecke wohnt, erhält die Möglichkeit, Glasfaser bis ins Haus zu legen (auf eigene Kosten) und so Geschwindigkeiten bis zu 100 Mbits/s zu realisieren.

Davon können die Bürger und Unternehmen in weiten Teilen des Kreises nur träumen. Ihnen gilt die vornehmliche Aufmerksamkeit aller an der Breitbandstrategie des Kreises Beteiligter. Landrat Wolfgang Buschmann: „Eggebek macht Mut. Es braucht Beispiele wie dieses.“ Für das Kreisgebiet bezifferte Buschmann den finanziellen Aufwand für eine Vollversorgung mit Glasfaser auf 250 bis 380 Millionen Euro. Derzeit wird ein kreisweites Gutachten zum Status quo der Breitbandversorgung und zu den technischen Möglichkeiten in den Regionen erarbeitet. Die Ergebnisse werden im Februar vorgestellt.

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erstellt am 08.Jan.2014 | 12:00 Uhr

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