Schleswig : Edeka will an den Busdorfer Kreisel

Der Kreisverkehr an der Auffahrt zur B 76: Links ist die Absperrung zu sehen, hinter der sich seit Jahren eine Ausfahrt ins Nirgendwo verbirgt. Hier ist ein  Lidl-Markt geplant.
Der Kreisverkehr an der Auffahrt zur B 76: Links ist die Absperrung zu sehen, hinter der sich seit Jahren eine Ausfahrt ins Nirgendwo verbirgt. Hier ist ein Edeka-Markt geplant.

Die Landesplanung gibt grünes Licht für den Bau eines Supermarktes. Die Ratsversammlung soll im April entscheiden.

von
22. Januar 2018, 07:00 Uhr

Es ist in den vergangenen Monaten still geworden rund um den Busdorfer Kreisel. Im Juli 2016 hatte die Schleswiger Ratsversammlung – nach jahrelangen Diskussionen – mit knapper Mehrheit dafür gestimmt, dass auf dem Gelände des ehemaligen Baustoffhändlers Carl Söhrn ein Supermarkt samt angegliedertem Fachmarktzentrum entstehen darf. Viel passiert ist seitdem aber offenbar nicht, könnte man meinen. Allerdings: Hinter den Kulissen sind sehr wohl zahlreiche Gespräche und Verhandlungen gelaufen. Mit dem Ergebnis, dass sich dort ein Edeka-Markt ansiedeln soll – und zwar größer als bislang geplant.

1250 Quadratmeter Verkaufsfläche: Darauf hatte sich die Schleswiger Ratsversammlung damals geeinigt. Nun aber hat die Landesplanung in Kiel einer Lösung zugestimmt, die den Bau eines knapp 400 Quadratmeter größeren Marktes vorsieht. „Allerdings inklusive der sogenannten Vorkassenzone und eines Getränkemarktes“, wie Investor Lutz Schoppmeier-Söhrn auf Nachfrage betont.

Er hatte seine Pläne und die Analysen der Landesplanung sowie eines Gutachterbüros kürzlich der Stadt und den Vorsitzenden der Ratsfraktionen vorgestellt. Mit dem Ziel, auf seinem rund 30 000 Quadratmeter großen Grundstück, das zur Gemeinde Busdorf gehört, aber unmittelbar an den Friedrichsberg angrenzt, ein Interkommunales Gewerbegebiet (IKG) zu schaffen. Im Mittelpunkt soll dabei der Supermarkt stehen.

Es ist geplant, dass der Busdorfer Edeka-Händler Hans-Wilhelm Fick seinen Laden im Ort aufgibt und an den Kreisel zieht. Gleichzeitig soll Edeka-Jensen im Friedrichsberg schließen. „Ja, das wollen wir gerne so machen“, sagt Fick auf SN-Nachfrage. Sein 60 Jahre alter Markt im Ortszentrum sei nicht mehr zeitgemäß und kaum zu erweitern. „Um auch meinen Kindern die Möglichkeit zu geben, den Betrieb erfolgreich fortzuführen, muss ich neu bauen“, sagt er.

Rückendeckung bekommt Fick von der Gemeinde Busdorf, wie Bürgermeister Peter Seemann bestätigt. „Wir stehen zu diesem Vorhaben“, sagt er und betont noch einmal die Einschätzung der Landesplanung, die im Zusammenhang mit dem IKG von einer „Vorbildfunktion für vergleichbare Fallkonstellationen im Land“ spricht und die Pläne als „außerordentlich positiv“ bewertet. Die Gemeinde wolle mit der Stadt an einem Strang ziehen, um das Gelände gemeinsam zu entwickeln. „Wenn das IKG kommt, können wir zusammen bestimmen, wer sich dort ansiedeln darf und wer nicht.“ Sollte sich die Stadt dagegen entscheiden, habe Schoppmeier-Söhrn noch immer die Baugenehmigung für einen (kleineren) Discounter in der Tasche. „Und wir hätten keinen Einfluss mehr.“

Deswegen befürwortet auch Schleswigs Bauausschussvorsitzender Stephan Dose (SPD) die neuen Pläne. „Aus zwei Edekas wird einer. Das ist die wohl beste Lösung für Schleswig“, sagt er. Zugleich betont Dose, dass man durch eine Zustimmung zum Bau des Edekas, und damit zum IKG, eine ungesteuerte Entwicklung des Areals unterbinden könne.

Ob aber alle Ratsfraktionen den Plänen wirklich zustimmen werden, wisse er nicht, so Dose, der zu gut weiß, dass es starke Vorbehalte gegen die Entwicklung des Geländes gibt. Kritiker sehen darin eine Gefahr sowohl für das nahe gelegene Friedrichsberger Einkaufszentrum als auch für die Ladenstraße. „Wir wollen aber nur Betriebe ansiedeln, die nicht-innenstadtrelevant sind“, versichert Schoppmeier-Söhrn. Unter anderem gebe es eine Anfrage von einem Autohändler. Den Verkauf von Kleidung, Schuhen oder Blumen schloss er aus.

Noch im Februar soll eine (nicht-öffentliche) fraktionsübergreifende Infoveranstaltung stattfinden. Eine Entscheidung wird in der April-Sitzung der Ratsversammlung erwartet.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen