Schleswig : Echte Wikinger trotzen dem Regen

Zum Fürchten: Besonders die Kampfvorführungen kamen bei den Besuchern erneut sehr gut an.
1 von 2
Zum Fürchten: Besonders die Kampfvorführungen kamen bei den Besuchern erneut sehr gut an.

Wind und Wetter konnten Besuchern, Veranstaltern und Ausstellern die Wikingertage nicht verderben.

shz.de von
13. August 2018, 07:00 Uhr

Wikinger sind Optimisten. Zumindest gilt das für Kaj-Uwe Dammann und Stephan Vollbehr. Auch wenn sich die beiden Veranstalter der Wikingertage in diesem Jahr wie im falschen Film vorkamen, ließen sie sich die Stimmung nicht verhageln. „Da haben wir zwölf Wochen lang Hitze und Trockenheit. Und pünktlich zum Start kriegen wir dann von oben auf die Mütze. Unfassbar“, meinte Vollbehr, der dennoch eine positive Bilanz der Großveranstaltung auf den Königswiesen zog. Denn die Besucher der Wikingertage sind offenbar hart im Nehmen. „Sie sind anscheinend auf alles gefasst. Die Stimmung war super, an allen Tagen war viel los und die Resonanz war auch durchweg positiv“, so Vollbehr. Insgesamt rund 25.000 Besucher wurden am Ende gezählt. „Damit sind wir angesichts des Wetters zufrieden, auch wenn es gerne ein paar mehr hätten sein können“, meinte Kaj-Uwe Dammann.

Für gute Laune sorgte bei den Veranstaltern diesmal die Beschaffenheit des Bodens auf den Königswiesen. War man im vergangenen Jahr noch regelrecht abgesoffen, leistete nun die kürzlich von der Stadt verlegte neue Drainage – mit wenigen Ausnahmen – sehr gute Dienste, so Dammann.

Ausgerüstet mit Gummistiefeln, Regenschirmen und Regenjacken fanden täglich tausende Schaulustige den Weg auf das Gelände, um dort das bunte Programm zu genießen oder durch die Zeltstadt zu bummeln. Und wenn es zwischendurch mal ordentlich schüttete, stellten sich die Besucher einfach in den Zelten unter, einige Kinder spielten hingegen lieber im Matsch.

Unterm Strich war wie immer viel los bei den Wikingertagen, die in diesem Jahr erstmals bereits am Donnerstag starteten. Das kam so gut an, dass Vollbehr und Dammann sich vorstellen können, dass dies auch künftig so sein wird. Am Sonnabend fand dann mit dem „Wikinger Tampentrekken“ eine weitere gelungene Premiere statt. Der vom Stadtmanagement organisierte Tauziehwettbewerb kam in den Vorjahren als eigene Veranstaltung in der Ladenstraße nur schwer in Gang. Deshalb kam es nun zur Zusammenarbeit mit den Wikingertagen – und auch das soll in Zukunft zur Dauereinrichtung werden.

Diesmal waren sechs Mannschaften angetreten. Nachdem in der Vorrunde jeder gegen jeden ran musste, kam es zum Kampf um Platz drei zwischen dem Team „IG(e)L“, ein Zusammenschluss der Geschäfte aus der Ladenstraße, und den „Mad Vikings“, die dieses Jahr das erste Mal dabei waren und sich schließlich den dritten Platz sicherten. Im Finale standen sich dann die Titelverteidiger der „Paulaner Runde“ aus Lürschau und „Die wankenden Wölfe“ gegenüber. Am Ende jubelten erneut die Lürschauer.

Während viele Besucher die Wettkämpfe mit großem Interesse verfolgten, freute sich Jano vielmehr über seine neue Axt. Und die konnte der Dreijährige schon wie ein echter Wikinger schwingen. Besonders angetan war er aber von den großen Wikingerbooten, die am Schleiufer festgemacht hatten. Felix und Till sind ebenfalls drei Jahre alt und beste Freunde. Die beiden hatten sichtlich Spaß dabei, im Kinderdorf alle Spiele auszuprobieren. Natürlich verpassten sie auch die große Kampfshow in der Arena nicht. Helena und ihr kleiner Bruder Aaron waren zum ersten Mal auf den Königswiesen dabei. Helena haben besonders die Armbänder und das Puppentheater gefallen, sagte sie. „Und den Waffenvortrag fand ich auch interessant.“

„Wenn man vom Regen absieht, kann man hier wirklich sehr gut den Tag verbringen“, brachte Ines Bockmann das auf den Punkt, was anscheinend viele der Besucher dachten. Auch die Händler konnten sich nicht beklagen. Andreas Kingl und Susanne Marx waren mit ihrer Fadenwerkstatt erstmals dabei. „Auf anderen Märkten ist es quasi leer, sobald ein kleiner Schauer kommt, das ist hier in Schleswig nicht so. Zum Glück“, so Kingl.
 

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen