Lange Trockenperiode in SH : Durstige Straßenbäume: Schleswig bittet Bürger um Mithilfe beim Gießen

Ausgedörrt: Die Grünflächen wie hier an der Schleistraße haben schon lange kein Regenwasser mehr bekommen.
Ausgedörrt: Die Grünflächen wie hier an der Schleistraße haben schon lange kein Regenwasser mehr bekommen.

Einweggrills, Zigarettenkippen und heiße Katalysatoren: Die Stadtverwaltung mahnt die Schleswiger zur Vorsicht.

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07. Juli 2018, 15:26 Uhr

Schleswig | Der letzte richtige Regen ist drei Wochen her. Viel genützt hat er dem trockenen Boden nicht. Denn auch schon das Frühjahr war extrem trocken. Jetzt schlägt die Schleswiger Stadtverwaltung Alarm. Die Umweltdienste sind zwar praktisch täglich im Einsatz, aber insbesondere die jungen Bäume benötigen angesichts der lange anhaltenden Trockenperiode noch mehr Wasser, sagt Bauamtsleiterin Manja Havenstein. Gemeinsam mit den Umweltdiensten der Stadtwerke appelliert sie deshalb nun an die Bürger: Die städtischen Mitarbeiter dürfen beim Gießen der mehr als 4000 Bäume, die in der Stadt auf öffentlichem Grund gedeihen, gern unterstützt werden.

Die beste Zeit, zum Schlauch oder zur Gießkanne zu greifen, sei zwischen 3 und 4 Uhr am Morgen, sagt Rathaus-Sprecher Eric Gehrke. „Dann ist der Boden am kühlsten, das Wasser verdunstet nicht so schnell, sondern kann in den Boden einsickern und gelangt an die Wurzeln.“ Wer helfen will, muss aber trotzdem nicht mitten in der Nacht aufstehen: Momentan könnten die Pflanzen auch zu jeder anderen Tageszeit Wasser vertragen.

Der Rathaus-Sprecher macht zudem noch auf ein anderes Problem aufmerksam, das durch die derzeitige Trockenheit entstanden ist: die Brandgefahr. In Dänemark sei deshalb nun sogar ein Verbot ausgesprochen worden, auf Grünflächen mit Holzkohle zu grillen. So weit geht man in Schleswig nicht, aber die Stadtverwaltung mahnt zur Vorsicht und bittet die Bürger, auf Einweg-Grills zu verzichten, weil diese sowohl auf trockenem Gras als auch auf Holzbänken Hitzerückstände hinterlassen, die sich entzünden können. Wehrführer Sönke Schloßmacher nennt noch weitere Gefahrenquellen. Zigarettenkippen könnten ebenso einen Flächenbrand auslösen wie Autos, die auf Grünflächen abgestellt werden, weil sich Katalysatoren während der Fahrt stark erhitzen.

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