zur Navigation springen

Schleswig : Dreister Bücher-Klau im Friedrichsberg

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Am „Bücherbahnhof“ gibt es neuen Ärger.

Der „Bücherbahnhof“ im Friedrichsberg soll den Menschen Freude bereiten, sorgt aber leider immer wieder auch für Ärger und Frust – vor allem bei den Initiatoren des Vereins „Bürger machen mit“. Dieser hat jetzt Anzeige gegen unbekannt erstattet. Anlass ist, dass zumindest zwei skrupellose Personen wiederholt massenweise Bücher aus der alten Telefonzelle in der Friedrichstraße geschleppt haben, um sie anschließend zu verkaufen.

„Es ist einfach nicht zu glauben!“, wettert Ingo Harder, stellvertretender Vorsitzender von „Bürger machen mit“. Seinen Angaben zufolge hatte die Friedrichsbergerin Regina Teschner, eine von zwei ehrenamtlichen Betreuerinnen des „Bücherbahnhofs“, beobachtet, wie sich ein Mann und eine Frau jeweils mehrere Rucksäcke mit hochwertigen Büchern vollstopften. „Die haben die Bücher vor Ort sogar erst gescannt, um zu gucken, ob sie wertvoll sind“, so Harder. Dabei seien alle Exemplare für die Allgemeinheit zum Lesen vorgesehen „und nicht dafür, dass irgendwelche Idioten sie im großen Stil verkaufen“. Regina Teschner habe die beiden ihr namentlich nicht bekannten Personen sogar angesprochen. „Sie hat solche patzigen Antworten gekriegt, dass sie regelrecht Angst bekam“, berichtet Harder.

Um die dreiste Geschäftemacherei mit dem Lesestoff in Zukunft zu verhindern, wollen Ingo Harder und seine Mitstreiter jetzt alle Exemplare mit dem Hinweis „Eigentum der Initiative ‚Bürger machen mit‘ – Verkauf verboten“ abstempeln. „Und dann werden wir Kontrollgänge auf Flohmärkten machen und überprüfen, ob dort Werke aus unserem ‚Bücherbahnhof‘ angeboten werden“, kündigt er an. „Sollte jemand beim Verkauf dieser Bücher erwischt werden, werden wir sofort Anzeige erstatten.“

Generell werde der „Bücherbahnhof“, bei dem man Bücher ausleihen oder gegen eigene Exemplare eintauschen kann, sehr gut angenommen. Und Regina Teschner bekomme regelmäßig weitere Bücherspenden überreicht. Allerdings würden manchmal auch kartonweise Bücher – vermutlich aus Nachlässen – in der Zelle einfach entsorgt. Harder: „Die lagen jahrelang im Keller und stinken modrig.“ Erst vor kurzem habe Regina Teschner rund 1000 vergammelte Bücher zur Abfalldeponie bringen müssen.

Anders als das „Bökerschapp“ in der Ladenstraße ist der „Bücherbahnhof“ seit seiner Installation im November 2014 wiederholt auch von Vandalismus betroffen gewesen. So wurden Scheiben zertrümmert oder Betrunkene erleichterten sich auf verschiedene unappetitliche Weise in der ausrangierten Telefonzelle.

zur Startseite

von
erstellt am 02.Jun.2017 | 07:00 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen