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Schleswig : Dreieinhalb Jahre Haft für 120 falsche Tüv-Plaketten

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Bei ihm bekamen Autofahrer für 100 Euro eine frische Tüv-Plakette, auch für Schrott-Autos. Jetzt wandert ein 49-jähriger Mann aus dem Kreis Schleswig-Flensburg dafür ins Gefängnis.

Zu einer Freiheitsstrafe von drei Jahren und sechs Monaten hat das Amtsgericht Schleswig einen 49 Jahre alten Mann wegen gewerbsmäßiger Urkundenfälschung verurteilt. Das „erweiterte Schöffengericht“ (ein zusätzlicher Berufsrichter) sah es als erwiesen an, dass der Angeklagte aus dem Kreisgebiet zwischen 2006 und 2011 in 120 Fällen Haupt- und Abgasuntersuchungen von Kraftfahrzeugen gefälscht hatte. Wie die Staatsanwaltschaft Flensburg gestern zum Abschluss der mehrmonatigen Verhandlung weiter mitteilte, hatte die Anklagebehörde eine noch höhere Strafe beantragt. Der 49-Jährige habe je Geschäft mindestens 100   Euro erhalten, hieß es. Aus diesem Grunde verfügte das Gericht zusätzlich eine Zahlung von 12  000 Euro.

Die beiden Mitangeklagten, darunter die damalige Lebensgefährtin des Hauptangeklagten, erhielten laut Staatsanwaltschaft Freiheitsstrafen von jeweils einem Jahr und sechs Monaten, die zur Bewährung ausgesetzt wurden. Der Anklage waren aufwendige Ermittlungen der Kriminalpolizei Schleswig und der Staatsanwaltschaft vorausgegangen, da viele Autofahrer ermittelt werden mussten. Die Polizei machte letztlich 120  „Kunden“ ausfindig, die mit den gefälschten Plaketten unterwegs waren. Sie alle wurden mit einem Strafgeld belegt. „Die Akquise der Kunden erfolgte durch Mundpropaganda“, erläuterte Oberstaatsanwältin Ulrike Stahlmann-Liebelt, „letztlich stellten all diese Fahrzeuge eine Gefahr für den öffentlichen Verkehr dar.“

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erstellt am 16.Feb.2016 | 16:29 Uhr

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