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Aus dem Schleswiger Amtsgericht : Drei Nacktfotos und 5000 Dollar

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Das Amtsgericht verurteilt einen 39-jährigen Iraker wegen Erpressung zu einer Geldstrafe.

Es ging um Nacktfotos und viel Geld: Ein 39-jähriger Iraker, der vor gut einem Jahr als Flüchtling in den Raum Schleswig gekommen war, war jetzt vor dem Schleswiger Amtsgericht wegen Erpressung angeklagt. Zum Verhandlungstermin erschien er nicht und verpasste damit die Chance, sich zu verteidigen. Richter Florian Müller-Gabriel entschied daher nach Aktenlage und stellte – wie von der Staatsanwaltschaft beantragt – einen Strafbefehl aus. Der Iraker muss eine Geldstrafe in Höhe von 3000 Euro zahlen. Das entspricht 100 Tagessätzen.

Dem Angeklagten war vorgeworfen worden, sich das Handy eines irakischen Landsmanns geschnappt zu haben und drei Nacktfotos von dessen Frau auf sein eigenes Handy überspielt zu haben. Danach verlangte er offenbar 5000 Dollar und drohte, die Fotos andernfalls den Verwandten des Ehepaars zukommen zu lassen. Insbesondere für die Frau, die sich in der Öffentlichkeit nur mit Kopftuch zeigt, eine extrem unangenehme Situation. Sie und ihr Mann gingen auf die Drohung aber nicht ein. Weder zahlten sie noch versuchten sie, das Problem anders auf eigene Faust zu lösen. Stattdessen wandten sie sich an die Polizei, die die Ermittlungen aufnahm und Handy und Tablet des Erpresser beschlagnahmte.

Beide Geräte wird der Iraker nicht wieder zurückbekommen. Zudem liegt die Geldstrafe oberhalb der Grenze, von der an ein Verurteilter offiziell als vorbestraft gilt.

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erstellt am 23.Dez.2016 | 13:30 Uhr

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