zur Navigation springen
Schleswiger Nachrichten

23. August 2017 | 16:06 Uhr

Schleswig : Dorfmuseen erhalten Hilfestellung

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Ein Projekt der Kulturstiftung soll Volkskundlichen Sammlungen zu mehr Aufmerksamkeit und Sicherheit verhelfen.

Sammeln, Restaurieren und Ausstellen – das ist eigentlich das Geschäft professionell geführter Museen. Museen, wie die Volkskundlichen Sammlungen auf dem Schleswiger Hesterberg. Doch die sind bekanntlich Geschichte. Umso mehr Gewicht könnte in der Region den vielen privaten Sammlungen zukommen, die aber vielfach ein Schattendasein fristen. Das will die Kulturstiftung nun ändern. Bis Spätsommer soll eine Untersuchung abgeschlossen sein, die die Zukunftsfähigkeit der Dorfmuseen und Sammlungen untersucht und Vorschläge macht, wie sie noch besser in die Kultur-Landschaft im Kreis integriert und zukunftsfähig gemacht werden können.

Das Projekt stellte Dirk Wenzel, Leiter der Kulturstiftung, im Kulturausschuss am Dienstag vor. Es sei schade, wenn Sammlungen, nur weil sie nicht mehr betreut werden könnten, einfach im Landschaftsmuseum Unewatt abgegeben würden, wie dies in der Vergangenheit häufig geschehen sei. In ihnen steckt viel Herzblut und Sammlerleidenschaft – viel zu kostbar für einen Platz im Magazin des Landschaftsmuseums. „Die Sammlungen und Museen haben in der Regel einen klaren lokalen Bezug. Wenn sie einfach nur in Unewatt abgegeben werden, hat niemand etwas davon“, sagt Wenzel. Deshalb solle es auch Ziel des Projektes sein, die Sammler vor Ort zu unterstützen und ihnen durch das Landschaftsmuseum Unewatt mit seinen hauptamtlichen Mitarbeitern Hilfestellung anzubieten. Auch sollte ein Weg gefunden werden, jedes Museum für sich, aber auch alle gemeinsam im Verbund touristisch besser zu vermarkten.

Der Impuls zu dem Projekt kam aus dem Kreis der Arbeitsgemeinschaft Volkskundliche Sammlungen des Kreises Schleswig-Flensburg, in der fast 30 Sammlungen, Dorfmuseen und Mühlen zusammengeschlossen sind. Dampfmaschinen, Feuerwehr-Hinterlassenschaften, landwirtschaftliche Geräte oder einfach der Nachlass von Familien, die einen authentischen Eindruck vom Leben früherer Generationen gewähren – all das gilt es nun zu sichten und gemeinsam mit dem Sammler selbst oder dem Träger eines Museums daraufhin abzuklopfen, wie man es am besten präsentiert. Braucht das Museum öffentliche Zuschüsse? Gibt es Highlights, die man herausstellen kann? Wie ist die Sammlung aufgebaut? Gibt es einen Nachfolger zur Betreuung der Sammlung oder einen Trägerverein? Fragen wie diese werden sich auf einem Fragebogen wiederfinden, der an die Träger der Sammlungen und Museen verschickt wird. Dann sollen gemeinsam Entwicklungsperspektiven erarbeitet und das bestehende Netzwerk gestärkt werden. Um noch mehr Know-how einzubeziehen, wäre nach Ansicht Wenzels auch denkbar, einzelne Museen durch das Land zertifizieren zu lassen.

Finanziert wird das Projekt nur zu etwa zehn Prozent durch die Kulturstiftung, die als Träger auftritt. Die restlichen Mittel werden einerseits von der Nospa-Stiftung, andererseits von den drei Aktivregionen für Angeln, Schwansen und Geest (Schlei-Ostsee, Mitte des Nordens, Flusslandschaft Eider-Treene-Sorge) eingeworben.

Wenig Erfreuliches gab es zuletzt zu berichten, wenn die Sprache auf den Neubau eines Internats am Berufsbildungszentrum (BBZ) kam. Zunächst musste die Kostenschätzung um eine halbe Million auf 3,86 Millionen Euro erhöht werden, dann erfuhren die Ausschussmitglieder, dass die Fördertöpfe des Landes leer waren, bevor der Schleswiger Antrag zum Zuge kam. Für den nächsten Förderantrag sei nun alles rechtzeitig auf den Weg gebracht, sagte Wenzel am Dienstag. Und nach den ersten Signalen aus Kiel zu urteilen, stünden die Chancen gut, im April einen positiven Bescheid in Händen zu haben.

 

zur Startseite

von
erstellt am 22.Feb.2017 | 19:07 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen