zur Navigation springen

Schleswig : Domschule darf alle Sextaner aufnehmen

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Nach Eltern-Widersprüchen: Die Domschule richtet für Fünftklässler eine zusätzliche Parallelklasse ein. Die Kapazitätsgrenze ist aufgehoben.

Jetzt sind die Schranken gefallen: Die Domschule darf alle angehenden Fünftklässler aufnehmen. Damit wird das G9-Gymnasium in die Lage versetzt, keinen einzigen Sextaner, der sich dort für das kommende Schuljahr angemeldet hat, mehr abweisen zu müssen. Das hat das Kieler Bildungsministerium so entschieden. Die von der Stadt als Schulträgerin mit beschlossenen Kapazitätsbegrenzungen für die Domschule sind demnach außer Kraft gesetzt. Nach aktuellem Anmeldestand wird die Domschule fünfzügig verfahren, bestätigte Direktor Georg Reußner gestern auf SN-Nachfrage.

Für die Lornsenschule hat diese Entwicklung möglicherweise harte Konsequenzen. Denn sie hatte im März ohnehin einen Einbruch bei den Anmeldezahlen erlebt und daher auf zusätzliche, von der Domschule abgewiesene Fünftklässler gehofft, die dann zu ihr gelenkt würden. Auf diese Weise wollte man es schaffen, auf drei Parallelklassen zu kommen.

Über die derzeitige Situation an den Schleswiger Gymnasien wird es am Montag ein Gespräch mit Vertretern des Bildungsministeriums und den beiden Gymnasien in den Räumen der Lornsenschule geben.

Zum Hintergrund: Die Domschule hatte vom Schleswiger Schulträger eine Kapazitätsbegrenzung auferlegt bekommen, nach der sie nicht mehr als 116 neue Fünftklässler aufnehmen konnte. Tatsächlich war aber die Zahl der Eltern, die ihr Kind an der Domschule unterrichten lassen möchten, weitaus höher. Sie lag zuletzt bei 129 Schülern. Laut Kapazitätsregel also 13 zu viel – so musste die Domschule dieser Gruppe einen abschlägigen Bescheid erteilen.

Doch die Eltern von acht Kindern akzeptierten nicht – und legten Widerspruch ein. Reußner: „Das ist eine vergleichsweise hohe Quote von Widerspruchsverfahren.“ Höher noch als in den Jahren zuvor, als die Domschule auch schon hatte Fünftklässler abweisen müssen.

Das Bildungsministerium kam angesichts des Widerstandes der Eltern juristisch zu dem Ergebnis, dass die Kapazitätsbegrenzungen nicht mehr haltbar seien – auch vor dem Hintergrund, dass die Landesregierung den Eltern eine freie Schulwahl für ihre Kinder gesetzlich zugesteht. Die freie Schulwahl habe daher „absolute Priorität“, heißt es.

In diesen Tagen hat Schulleiter Reußner nun den Eltern der zuvor abgewiesenen Kinder telefonisch mitgeteilt, dass ihr Widerspruch Erfolg hatte. „Sie reagierten darauf hocherfreut“, sagte er gegenüber den SN. Auf die Frage, ob denn noch ausreichend Platz für alle an der Domschule sei, meinte Reußner nach einigem Zögern: „Wir kriegen das hin.“

Die Domschule bietet ein breites Spektrum im Sprachprofil an. Neben Englisch, Französisch, Russisch eben auch Alt-Griechisch und Latein. Bisher gab es an der Domschule eine Latein-Klasse pro Jahrgang. Aber das wird nicht mehr ausreichen – denn die Jung-Römer sind weiter auf dem Vormarsch. Allein 41 angehende Fünftklässler haben Latein als erste Fremdsprache gewählt – „das sind so viele wie nie zuvor“, sagte Reußner.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen