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Schleswig : Domschule darf alle Kinder aufnehmen

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Jetzt hat das Bildungsministerium in Kiel hat im Streit zwischen Bürgermeister und Eltern von abgelehnten Fünftklässlern entschieden.

Den Streit mit der Stadt um die abgewiesenen Domschüler haben deren Eltern jetzt für sich entscheiden können: Die Schulaufsicht im Kieler Bildungsministerium hat gestern mitgeteilt, dass nun doch alle 26 Kinder, die abgelehnt worden waren, „dank organisatorischer Maßnahmen die Möglichkeit erhalten können, sich dort anzumelden“. Damit könne nun dem Elternwillen Rechnung getragen werden, erklärte Ministeriums-Sprecherin Patricia Zimnik.

„Wir haben es geschafft!“, jubelte Patricia Fehr aus Brebel, „mein Sohn Julius freut sich riesig.“ Und auch Anja und Dirk Asmussen aus Fahrdorf, die für ihre Tochter Elisa Marie gemeinsam mit anderen betroffenen Eltern und Kindern den Kampf um einen Platz an der Domschule ausgefochten haben, betonten: „Wir sind überglücklich. Toll, dass die Vernunft im Sinne der Kinder gesiegt hat.“

Die Meldung aus Kiel erreichte Eltern und Kinder gestern Nachmittag – und löste allenthalben große Erleichterung und Freude aus, wie sie gegenüber den SN deutlich machten. Alexandra und Andreas Werther aus Langstedt mit Sohn Meo mailten: „Wir bekommen das Grinsen aktuell nicht aus dem Gesicht“. Es sei „wundervoll, Zustimmung aus Kiel zu bekommen – gegen die Betonköpfe aus der Schleswiger Stadtregierung!“ Nach Tagen und Wochen „voller Achterbahn-Gefühle“ freue man sich nun mit den Kindern auf den Start an der selbst ausgewählten Schule.

Zum Hintergrund der elterlichen Auseinandersetzung mit der Stadt als Schulträgerin: In der von der CDU-Fraktion eingeforderten Sondersitzung des Schulausschusses am 13. April hatte sie den Antrag gestellt, auch die 26 Kinder an der Domschule zuzulassen, die wegen der von der Stadt festgesetzten Kapazitätsgrenze von 116 Fünftklässlern pro Jahrgang abgewiesen worden waren. Vehement gegen das CDU-Ansinnen stemmte sich daraufhin Bürgermeister Arthur Christiansen und kanzelte sogar noch Domschuldirektor Georg Reußner ab, als dieser sagte, dass an seiner Schule ausreichend Raumkapazitäten vorhanden wären. Christiansen vertrat die Auffassung, dass einige der mitgezählten Räume wegen ihrer unzureichenden Größe nur als „Gruppenräume“, nicht aber als Klassenzimmer dienen dürften. Zudem wurde auf den gemeinsamen Grundsatzbeschluss des Schulausschusses von 2014 verwiesen, nach dem die Domschule (G9) vierzügig und die Lornsenschule (G8) sechszügig verfahren solle. SPD, SSW und Grüne standen dem Bürgermeister zur Seite und lehnten den CDU-Antrag geschlossen ab.

In Erinnerung an dieses Verhalten des Bürgermeisters und der anderen Fraktionen meinte CDU-Fraktionschef Holger Ley gestern gegenüber den SN: „Wenn die Bildungsministerin den Eltern und auch der CDU-Fraktion nun Recht gibt in dieser Sache – warum haben Bürgermeister sowie SPD, SSW und Grüne ihnen und uns dieses Recht zuvor verweigert?“ Die Ministeriums-Entscheidung stelle für sie nun eine „schallende Ohrfeige“ dar. Zu danken sei Ministerin Britta Ernst (SPD) dafür, dass sie der Vernunft zum Sieg verholfen habe. Ley: „Bürgermeister Christiansen sowie die anderen Fraktionen fordere ich auf, sich nun sowohl bei Schulleiter Reußner als auch bei allen 26 Kindern zu entschuldigen!“

Der Bürgermeister selbst reagierte gestern auf SN-Nachfrage lediglich mit einer kurzen förmlichen Stellungnahme: „Die Entscheidung der Schulaufsicht wird jetzt umzusetzen sein, indem die zunächst abgewiesenen Kinder eine Zusage von der Domschule erhalten.“

Für Elisa Marie Asmussen aber, die jetzt also doch ihre Wunsch-Schule besuchen kann, habe der Streit mit der Stadt auch eine positive Erfahrung beschert, berichten ihre Eltern. Als sie gestern die gute Nachricht aus Kiel erhielt, habe ihre Tochter gemeint: „Es hat sich gelohnt zu kämpfen und nicht gleich aufzugeben.“

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erstellt am 28.Apr.2016 | 11:27 Uhr

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