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Schleswiger Nachrichten

22. November 2017 | 21:38 Uhr

Schleswig : Domsanierung in den Startlöchern

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Nach dem Festgottesdienst zum Reformationsjubiläum beginnen die Bauarbeiten an der Fassade des Schleswiger Domturms.

von
erstellt am 24.Okt.2017 | 07:33 Uhr

Wer aus 65 Metern Höhe von der Aussichtsplattform im Domturm noch einmal einen Blick auf die Stadt werfen möchte, sollte sich beeilen. In der kommenden Woche beginnen die Vorbereitungen für die große Sanierung des Domturms. Zwar steht noch nicht fest, ab welchem Datum genau der Zugang zum Turm versperrt wird, klar ist aber: Bis sich die Tore wieder öffnen, können bis zu fünf Jahre vergehen.

Die Nordkirche hat mit dem Beginn der seit langem geplanten Arbeiten bis nach dem Reformationsjubiläum am kommenden Dienstag gewartet. Dann nämlich, am 31. Oktober, soll das Hauptportal am Fuße des Turms noch einmal einen großen Auftritt haben. Um 15 Uhr beginnt der Festgottesdienst, zu dem Bischof Gothart Magaard die Bürger gemeinsam mit Ministerpräsident Daniel Günther einlädt. Es ist die zentrale Feier der Nordkirche zum 500-jährigen Reformationsjubiläum im Bischofs-Sprengel Schleswig und Holstein. Ähnliche Veranstaltungen finden für Hamburg und Lübeck im Hamburger Michel und für Mecklenburg-Vorpommern in der Rostocker Marienkirche statt.

Bevor nach dem Reformationstag ein Bauzaun den Blick auf das Westportal versperren wird, sind Bauarbeiten am Seiteneingang zum Dom, dem Petriportal an der Süderdomstraße vorgesehen. Dieser ist bisher nicht behindertengerecht, soll nun aber barrierefrei gemacht werden, damit er bis mindestens 2021 seine vorübergehende Aufgabe als Haupteingang erfüllen kann. So werden die Vorbereitungen für das Mammut-Projekt in den kommenden Wochen erst nach und nach sichtbar werden, sagt die Sprecherin der Bischofskanzlei, Elisabeth Most-Werbeck. Absperrungen wird es indes bis an die Plessenstraße geben. Auf der Freifläche vor der Kirchenkreisverwaltung werden Baucontainer aufgebaut und Werkstoffe gelagert.

Die Domsanierung soll 17,3 Millionen Euro kosten. Ein Großteil dieser Summe fließt in die Erneuerung der Turmfassade. Dass dort dringender Handlungsbedarf besteht, ist spätestens seit 2011 unübersehbar, als vor dem Portal ein Schutzgerüst aufgestellt werden musste, um die Besucher vor herabfallenden Ziegelstücken zu schützen. Die Ursache liegt bei eindringender Feuchtigkeit. Bei einer großen Domsanierung in den 1950er Jahren wurden offenbar Steine und Mörtel verwendet, die dem schleswig-holsteinischen Wetter nicht dauerhaft standhielten. Das Mauerwerk ist voller Risse. Auch der mit Kupfer gedeckte Turmhelm blieb nicht verschont: Eindringendes Wasser hat zu Schäden an der Konstruktion des Dachstuhls geführt. Fachleute haben deutliche Rostspuren entdeckt.

Das Mauerwerk soll nun erhalten bleiben, muss jedoch aufwendig repariert werden. Die Giebel der Westfassade des Domes sollen im oberen Bereich vollständig erneuert werden, der untere Bereich wird umfassend instandgesetzt.

Das Sanierungskonzept sieht vor, nicht nur Turm und Westfassade instandzusetzen, sondern auch Restaurierungsarbeiten im Inneren des Doms sowie auch im Bereich der Fürstengruft vorzunehmen. Möglich geworden ist dieses große Projekt nicht zuletzt durch einen Beschluss des Haushaltsausschusses des Bundestages, die Hälfte der Kosten zu übernehmen. Neben der Nordkiche selbst beteiligen sich auch das Land Schleswig-Holstein und die Stadt Schleswig an den Kosten.

Geplant ist, dass die Sanierung abgeschlossen ist, wenn 2021 das nächste große 500-Jahr-Jubiläum ansteht, nämlich das des Brüggemann-Altars.

 



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