zur Navigation springen

Probleme mit der Telekom : Dollerupholz: Kein Anschluss bei Regenwetter

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Wenn es nass ist, fällt bei Familie Wagner immer wieder das Telefon aus. Telekom: Austausch der Leitungen ist nicht vorgesehen.

shz.de von
erstellt am 19.Feb.2015 | 07:26 Uhr

Dollerupholz | Idyllisch wohnen Wolfgang und Bärbel Wagner: Von ihrem Wohnzimmer aus blicken sie auf die Förde, das Grundstück endet direkt am Wasser. Die einzigartige Lage im Ortsteil Dollerupholz der Gemeinde Westerholz hat aber auch einen Nachteil, der zeitweise richtig schwer wiegt. In Sachen Telekommunikation ist die Gegend so etwas wie Niemandsland. Verlässlicher Handy-Empfang – Fehlanzeige. Schnelles Internet – ebenfalls Fehlanzeige. Und auch in Sachen Festnetz-Telefon hakt die Anbindung an die Welt seit geraumer Zeit gewaltig. Sobald es etwas stärker regnet oder jetzt im Winter der Schnee plötzlich taut, heißt es plötzlich: kein Anschluss unter dieser Nummer. Dollerupholz ist kein Einzelfall – auch in Gulde und Klappholz kam es in jüngster Zeit immer wieder zu Störungen, die mutmaßlich auf in Leitungen eingedrungenes Wasser zurückzuführen sind.

Das Dilemma der Wagners in Dollerupholz begann im November des vergangenen Jahres. „Ein Bagger hatte die Leitung an der Fördestraße gekappt“, erinnert sich Wolfgang Wagner. Nach drei bis vier Tagen sei der Schaden damals behoben worden. Doch seither falle das Telefonnetz regelmäßig aus, sobald es regnet oder taut. Ende November, Anfang Dezember sei der Anschluss eine ganze Woche lang tot gewesen, so Wagner.

Für Bärbel Wagner war das eine schlimme Zeit, denn damals ging es ihrem chronisch kranken Mann gar nicht gut. „Er kippte mehrfach um“, berichtet sie. Hilfe hätte sie auf die Schnelle nicht holen können. Denn eine Verbindung ins deutsche Handy-Netz ist bei den Wagners in der Regel nicht möglich und selbst ins dänische Handy-Netz besteht keine stabile Verbindung – die aber im Notfall angesichts der Verständigungsprobleme ohnehin nichts genützt hätte. „Wenn jemand in Not ist oder Hilfe braucht, hat man keine Chance“, klagt Bärbel Wagner. Sie hätte die Straße hochlaufen und bei entfernt wohnenden Nachbarn Hilfe holen müssen, denn die direkten Nachbarn haben dieselben Probleme. Glücklicherweise sei dieser Notfall nicht eingetreten, sagt Bärbel Wagner. Im Dezember kam es dann erneut zu Störungen in der Telefonleitung. „Heiligabend haben die Techniker bis 15 Uhr gearbeitet. Dann ging das Telefon wieder“, sagt Wolfgang Wagner.

Die Störung überrascht ihn eigentlich nicht. „Das ist kein Wunder“, sagt er. „Die Kabel sind aus den 1970er Jahren.“ Deren Isolierung sei marode und deshalb anfällig für eindringendes Wasser. Wagner ist sauer auf die Deutsche Telekom. „Das geht so nicht“, meint er. Nicht nur, dass die Störungen nicht unverzüglich beseitigt worden seien, auch sei die Hotline der Störungsstelle nicht zu erreichen – bei einer defekten Leitung logischerweise nicht über das Festnetz. Aber auch per Handy – Empfang einmal vorausgesetzt – sei kein Kontakt möglich gewesen, denn mit den Funktelefonen lasse sich die 0800er-Hotline-Nummer nicht anwählen, berichtet Wagner.

Eine Kontaktaufnahme über das Internet war für die Wagners auch nicht möglich. Angesichts der geringen Bandbreite der Telefonleitung hat sich Wagner für eine Satelliten-Verbindung entschieden. Doch über diese Art der Verbindung sei, so sagt er, eine direkte Kontaktaufnahme mit der Telekom nicht möglich. Schließlich musste die Tochter, die in Bielefeld lebt, die Störungsmeldung für ihre Eltern in Dollerupholz absetzen.

Wagner fordert ein Netz, auf das man sich verlassen kann, mit Leitungen, über die man sich verständlich machen kann. Und dass es im Störungsfall nicht sechs Tage dauert, bis ein Techniker auftaucht, um den Schaden zu untersuchen.

Die Telekom konnte den Störungsfall in Dollerupholz nicht nachvollziehen. Telekom-Sprecher Klaus vom Hofe teilte jedoch mit: „Grundsätzlich sind große Wassermengen für Telefonleitungen ein Problem – das hat mit der Leitungsqualität nichts zu tun. Ich bedauere die entstandenen Unannehmlichkeiten durch die Störungen.“ Ein Austausch der störungsanfälligen Leitungen in Klappholz, Gulde und Dollerupholz ist derzeit offenbar nicht vorgesehen. Klaus vom Hofe: Sobald sich weitere Ausbauplanungen in der Region konkretisierten, würden die lokalen Medien informiert. Unbeantwortet blieben die Fragen nach einem konkreten Zeitpunkt und ob es vorgesehen sei, die betroffenen Regionen mit moderner Breitbandtechnik auszustatten.

Für Wolfgang und Bärbel Wagner ein unhaltbarer Zustand. Angesichts der alten Leitungen sei die nächste Störung doch schon programmiert. „Wir können davon ausgehen, dass, sobald es stärker regnet, hier wieder nichts mehr geht.“ Für die Wagners ist klar: „Es müssen neue Leitungen gelegt werden.“

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen