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Ela Ela in Schleswig : Disco-Rauswurf: Facebook-Protest gegen Türsteher

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Ein 24-Jähriger löst mit seinem Facebook-Eintrag Diskussion über das Sicherheitspersonal im Ela-Ela aus. Die Betreiber sprechen von Rufmord und erstatten Anzeige.

von
erstellt am 05.Feb.2016 | 07:49 Uhr

Schleswig | Es ist einer dieser Fälle, in denen Aussage gegen Aussage steht. Der eine spricht von „willkürlicher Körperverletzung“, der andere von „dreistem Rufmord“. Fest steht auf alle Fälle: Diese Geschichte sorgt bei den Nutzern der sozialen Internet-Netzwerke in Schleswig und Umgebung seit gut zwei Wochen für reichlich Aufregung. Eine Welle, die Sean Collin Hodge mit einem Eintrag auf seiner Facebook-Seite ausgelöst hat. Darin machte der 24-Jährige seinem Ärger darüber Luft, dass er – auch das steht fest – in der Nacht zum 24. Januar unsanft aus der Disco Ela-Ela geflogen ist. Über die Gründe dafür gibt es allerdings sehr unterschiedliche Auffassungen.

Üble Nachrede oder Anprangern von tatsächlichen Missständen? Auf Facebook ist es schwer zu erkennen, ob der Verfasser mit seinem Beitrag richtig liegt. Aussagen in Sozialen Netzwerken sollten immer mit einer Distanz betrachtet werden.

Laut Hodge sei „von meiner Ex eine Freundin, die im Ela an der Theke arbeitet“, Schuld daran, dass er gegen 4 Uhr nachts aus der Disco geschmissen wurde. Die möge ihn einfach nicht, habe ihn deshalb auch nicht bedienen wollen. „Dann habe ich halt bei einer Kollegin bestellt, acht Euro Trinkgeld auf den Tresen gelegt und gesagt, dass sie die der anderen geben soll.“ Dazu habe er noch einen harmlosen Spruch losgelassen. Mehr nicht. Keine zehn Minuten später wiederum hätte ihn ein Türsteher gebeten zu gehen. Als Hodge daraufhin nach dem Grund gefragt und sich geweigert habe, die Disco zu verlassen, „hat mich einer der Jungs festgehalten und ein anderer gegen die Wand gedrückt und mir eine Kopfnuss verpasst“. Ergebnis: eine aufgeplatzte Lippe, ein lockerer Zahn, eine Platzwunde an der Stirn – und ein mächtig dicker Hals. So dick, dass er noch nachts zur Polizei ging, um den Vorfall zu melden, und am nächsten Tag die Geschichte per Facebook in die Welt hinaus trug. „Mir geht es hier nicht nur um diesen einen Fall, sondern ums Allgemeine. Denn die Türsteher im Ela übertreiben ständig und schmeißen andauernd irgendwelche Leute brutal raus. Die schlagen sofort zu.“

Hey Leute. . Ich würde doch gerne diejenigen bitten, die auch von diesem Thema betroffen sind sich bei mir zu melden. ....

Posted by Sean Collin Hodge on  Montag, 25. Januar 2016

Disco-Betreiber Kaj-Uwe Dammann äußert sich auf Nachfrage der Schleswiger Nachrichten hingegen „entsetzt“ zu diesen Vorwürfen. Auch er hat die Diskussion zu dem Thema auf Facebook verfolgt, spricht dabei von einer „gezielten Rufschädigung“. Er kennt Hodge persönlich. „Und es ist bei weitem nicht das erste Mal, dass er Ärger macht.“ So habe der junge Mann bereits vor Jahren Hausverbot im Ela gehabt. „Das haben wir aufgehoben, nachdem er sich entschuldigt und Besserung gelobt hat.“ Das wiederum sei offenbar ein Trugschluss gewesen. In jüngster Zeit habe Hodge mehrfach Mitarbeiter beleidigt und sich insbesondere gegenüber weiblichen Angestellten abfällig geäußert und verhalten. Das sei auch in der Nacht zum 24. Januar der Fall gewesen. „Als wir ihn aufgefordert haben zu gehen, wurde er aggressiv. Daraufhin hat er um sich geschlagen und sogar mit einem Barhocker geworfen. Dass meine Leute dann reagieren müssen, ist doch wohl klar“, sagt Dammann, der zudem von Videoaufnahmen spricht, die diese Version beweisen sollen und der Polizei nun vorliegen würden. Man habe Anzeige erstattet.

Vielmehr als der konkrete Vorfall ärgert Dammann aber, dass das Ela nun, ausgelöst durch die Internet-Diskussion, in einem schlechten Licht dastehen könnte. „Wir sind seit 30 Jahren erfolgreich im Geschäft. An besagtem Abend waren über 1700 Leute bei uns und haben gefeiert. Einer davon macht Ärger, wird in seinem Ego verletzt, weil er rausfliegt, und bekommt nun so eine Aufmerksamkeit. Das kann’s doch nicht sein!“

Auch für sein Sicherheitspersonal, das von der Eckernförder Firma Intersave kommt, bricht Dammann eine Lanze: „Niemand fliegt hier grundlos raus. Wir dulden aber keine Gewalt. Und es ist doch immer so, dass diejenigen, die rausgeschmissen werden, am Ende meinen, sie würden ungerecht behandelt. Dabei sind es oft dieselben Leute, die negativ auffallen.“

Das bestätigt auch Daniel Spinler von der Sicherheitsfirma. „Als Türsteher bist du immer der Böse. Erst recht, wenn Alkohol im Spiel ist. Aber es geht uns allein darum, für Sicherheit zu sorgen.“ Und das gelinge sehr gut. Das Ela sei eine Disco, die im Vergleich zu anderen auffällig ruhig sei. Dass dennoch mehrere Bekannte von Hodge – dazu zählt unter anderem Jan Rode (20) – gegenüber den SN von „häufig übertriebenem aggressiven Verhalten der Türsteher“ sprechen (solche Einträge findet man ebenfalls in den Internet-Foren), empfindet auch Spinler als rufschädigend. „Die haben sich doch abgesprochen. All diese Leute sind bereits negativ aufgefallen, die kennen wir.“

Die Polizei indes bestätigt zwar den Fall vom 23. Januar, dort heißt es aber auch, dass es insgesamt nur wenige Einsätze im Ela gebe. Auch bei der Stadt habe man keine schlechte Erfahrungen mit der Disco gemacht, wie Rathaussprecherin Antje Wendt auf Nachfrage erklärt: „Uns liegen weder in jüngerer Zeit noch aus der Vergangenheit Beschwerden vor. Der aktuelle Fall ist hier in der Verwaltung auch nur über die Sozialen Medien angekommen.“

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