Entwidmung der St.-Michaelis-Kapelle : „Dieses Haus hatte gute Zeiten“

Die liturgischen Gegenstände auf dem Weg zu ihrem neuen Bestimmungsort in der St.-Paulus-Kirche. Rechts die Pastoren (v. li.) Antje Hanselmann, Michael Dübbers und Norbert Wilckens.
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Die liturgischen Gegenstände auf dem Weg zu ihrem neuen Bestimmungsort in der St.-Paulus-Kirche. Rechts die Pastoren (v. li.) Antje Hanselmann, Michael Dübbers und Norbert Wilckens.

In einem feierlichen Gottesdienst ist die Kapelle im Schleswiger Gemeindehaus St.-Michaelis-Süd entwidmet worden.

shz.de von
08. Januar 2018, 07:58 Uhr

Zum allerletzten Gottesdienst in der St.-Michaelis-Kapelle rückten die Menschen am Sonnabend eng zusammen. Rund 200 Besucher wollten bei der Entwidmung des Kirchenraumes dabei sein, dessen Zeremonie das Ende der Ära „Gemeindezentrum St.-Michaelis-Süd“ einläuten sollte. Als ein Baustein auf dem Weg zum neuen Gebäudekonzept will sich die evangelische Kirchengemeinde Schleswig alsbald vom Gebäude am Stadtweg 86 trennen. Bis es soweit ist, verbleiben das Büro von Pastorin Antje Hanselmann sowie der „Eine-Welt-Laden“ im Gebäudeensemble.

Im Rahmen der Entwidmung des Kirchenraumes wurden nun die liturgischen Gegenstände feierlich entnommen – Taufstein, Abendmahlgeschirr, Bibel und die Altarkerzen. Bischof Gothart Magaard führte die Zeremonie mit Gebeten aus. „Kirchen sind Herbergen am Wegesrand der Menschheitsgeschichte“, sagte er. „Das Netz dieser Herbergen unterliegt einem geschichtlichen Wandel. Es gibt Zeiten des Bauens und Zeiten, in denen sich unsere Kirche umsichtig befragen muss, ob manche Gebäude aufgeben oder anders genutzt werden müssen.“ Das schmerze sicherlich viele, die mit dieser Kapelle Lebens- und Glaubensgeschichte verbinden, sagte er. Pastor Michael Dübbers, der Vorsitzende des Kirchengemeinderats, sprach von Trauer und Hoffnung, die ihn gleichermaßen bewege. „Unter den Gesichtspunkten des Klimaschutzes und der Barrierefreiheit war das Gebäude, das 1973/74 erbaut wurde, nicht zu sanieren“, sagte er.

Pröpstin Johanna Lenz-Aude, die das Gemeindehaus als Pastorin selbst gut sieben Jahre nutzte, hob in ihrer Ansprache im Anschluss des Gottesdienstes hervor, wie Pastor Matthias Hertel das Gemeindezentrum mit seinem Engagement prägte. „Dieses Haus hatte gute Zeiten, und ich glaube, es ist Segen von hier ausgegangen. Und trotzdem ist die Entscheidung, sich von diesem Haus zu trennen, richtig. Auch Zusammenziehen bereichert.“

Die kirchlichen Gegenstände der entwidmeten Kapelle wurden im Anschluss in die St.Paulus-Kirche geleitet und mit ihnen die Besucher, die im Rahmen eines gemeinsamen Abendmahles den Segen erhielten. Musikalisch umrahmt wurde die Veranstaltung vom Michaelis-Chor um Organist Guido Helmentag, der die alten Kirchenlieder zum Abschied schwungvoll und modern im flotten Klavierspiel ertönen ließ.

Christina Weiß














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