Diese "Heilige Quelle" konnte wirklich heilen

Inzwischen versiegt: die Quelle am ehemaligen Wallfahrtsort. Foto: ql
Inzwischen versiegt: die Quelle am ehemaligen Wallfahrtsort. Foto: ql

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26. Mai 2011, 03:59 Uhr

Süderbrarup | Die "Heilige Quelle" von Süderbrarup hatte bereits in vorchristlicher Zeit einen Ruf als Heilquelle, der weit über die Landschaft Angeln hinausging. Ein reger Pilgerstrom konnte archäologisch anhand von Lager- und Feuerstätten nachgewiesen werden. Später übernahmen die Christen den Wallfahrtsort und -kult. Noch bis zur Mitte des letzten Jahrhunderts wurden Kinder auf Wunsch mit diesem Wasser getauft.

Die Pilger machten Trinkkuren oder Waschungen, um von allen möglichen Gebrechen befreit zu werden. Ausgrabungen zeigen, dass früher vermutlich ein ganzer Teich dafür angelegt war. Dies wird auch durch den Flurnamen "Boykil" (Badequelle) gestützt. Diese Waschungen waren bei Sommertemperaturen am erträglichsten. Während der Jahrhunderte kristallisierten sich die "Jacobi-Tage" am letzten Wochenende im Juli als Wallfahrtstage heraus. Bei einer derartigen Ansammlung von Menschen blieben Händler und Gaukler nicht aus. Und man vermutet, dass dadurch der weithin bekannten Brarupmarkt entstand. Untersuchungen des Wassers der Heiligen Quelle ergaben, dass es schwach mit Radium angereichert war und tatsächlich im wissenschaftlichen Sinne heilen konnte.

Das heutige Erscheinungsbild der "Heiligen Quelle" in der Quellenstraße - kurz hinter dem gleichnamigen Freibad - entstand 1927, als der Bürgerverein die Quelle neu fasste. Das Wasser der Heiligen Quelle ist inzwischen versiegt. Der Brunnen führt nur noch nach Regenfällen Wasser. Denn gespeist wird er durch die Dränage des Sportplatzes, der sich oberhalb der historischen Stätte befindet, die neben dem Thorsberger Moor, dem Grabhügel Kummerhy und dem Gräberfeld auf dem Marktplatz zu den archäologischen Highlights von Süderbrarup zählt.

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