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Schleswiger Nachrichten

22. August 2017 | 15:05 Uhr

Busdorf/Fahrdorf : Diebstahl auf dem Friedhof

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Blumenschalen sind von einem frischen Grab in Busdorf verschwunden. Polizei und Verwaltung sprechen von einem Einzelfall.

Thorsten Schmitz ist traurig und wütend. Wütend auf den Krebs, der seinem Freund keine Chance ließ. Es ist keine vier Wochen her, da musste der Fahrdorfer seinen guten Freund nach langem Kampf gegen die Krankheit auf dem Friedhof der Kirchengemeinde Haddeby zu Grabe tragen – „obwohl er so gekämpft hat“, sagt Schmitz, der sichtlich trauert.

Als wäre das nicht schon schlimm genug, sind nun auch zwei Blumenschalen, die der 41-Jährige zusammen mit vier weiteren befreundeten Familien aus der Nachbarschaft auf dem Grab des Verstorbenen platzierte, verschwunden. „Das ist für alle Betroffenen und Hinterbliebenen unfassbar“, sagt Schmitz. „Wie unendlich abgestumpft muss man sein, um diese Schalen von einem frischen Grab zu stehlen?“, fragt er, zumal erst die eine mit Heide, Hortensien, Anemone, Efeu, Gräsern und einem Steinherz herbstlich bepflanzte Schale, und später auch die zweite spurlos verschwand. Nur die Trauerschleifen blieben auf dem Grab zurück.

Gesa Jäger-Volk, Leiterin der Friedhofsverwaltung Schleswig und Umgebung, unter anderem zuständig für den Haddebyer Friedhof an der St.-Andreas-Kirche in Busdorf, teilt den Ärger von Schmitz. Sie ist seit gut 14 Jahren in ihrem Amt tätig und sagt, dass ihr in dieser Zeit noch nie zu Ohren gekommen sei, dass Blumen von einem frischen Grab geklaut wurden. Auch komme Diebstahl generell auf Friedhöfen nur äußerst selten vor. Die Polizei bestätigt das. Im vergangenen Jahr habe es im gesamten Kreisgebiet gerade einmal drei polizeilich festgehaltene Delikte mit dem Tatort Friedhof gegeben, „bei zweien davon ging es aber um Körperverletzung“, gibt Marina Bräuer von der Polizeidirektion Nord in Flensburg Auskunft. Ob das auch daran liege, dass sich nur wenige Betroffene an die Friedhofsverwaltung oder die Polizei wenden, was auch Thorsten Schmitz nicht tat, schließen Jäger-Volk und Bräuer nicht aus. Aber: „Es macht Sinn, sich auch in solchen Fällen bei uns zu melden“, betont Bräuer.

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erstellt am 24.Okt.2014 | 07:00 Uhr

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