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Borgwedelerin Feiert heute 104. Geburtstag : „Die Zeit ging rasend schnell vorbei“

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Drei Monate vor dem Untergang der Titanic 1912 kam Katharina Bartsch zur Welt.

Es ist 1912: Theobald Theodor Friedrich Alfred von Bethmann Hollweg ist Reichskanzler im Deutschen Kaiserreich. Woodrow Wilson gewinnt die Präsidentschaftswahl in den Vereinigten Staaten von Amerika. Die „Titanic“ versinkt auf ihrer Jungfernfahrt am 14. April im Nordatlantik. Die Büste der Nofretete wird am 6. Dezember bei Ausgrabungen im ägyptischen Amarna entdeckt – und im gleichen Jahr, 1912, wird Katharina Bartsch am 26. Januar in Heistern in Ostpreußen geboren. Heute feiert sie in der Senioreneinrichtung in Borgwedel ihren 104. Geburtstag. Seit 2013 ist die Einrichtung ihr Zuhause.

Das Jahr 1912: Turbulent ging es in Deutschland und in Europa zu, dessen wachsenden Konfliktsituationen zwei Jahre später in den Ersten Weltkrieg mündeten. Ebenso turbulent waren die ersten Lebensjahre auch für Katharina Bartsch, die mit neun Geschwistern auf einem Bauernhof aufwuchs. Der Erste Weltkrieg bestimmte die Kinder- und Jugendzeit, die alles andere als leicht war. Es folgte der Zweite Weltkrieg, der für die Familie viel Leid, Flucht und Vertreibung und den kompletten Verlust der Habseligkeiten mit sich brachte. Mit Pferd und Wagen flüchtete die junge Frau mit den Eltern und Geschwistern. In den Wirren des Krieges wurden sie jedoch auseinander gerissen.

In Ulsnis fand Katharina Bartsch eine Unterkunft und Stellung in der Landwirtschaft. Mit der Geburt von Tochter Christa Maria, die am Heiligabend 1946 in Schleswig das Licht der Welt erblickte, wurde die Wohnung in der Moltkestraße in Schleswig zum Lebensmittelpunkt von Katharina Bartsch. Der Schrebergarten im Kattenhunder Weg war ihr tägliches Fitness-Programm. Die Gartenarbeit hielt Katharina Bartsch bis ins hohe Alter auf Trab. „Mit 85 Jahren hat meine Oma noch im Baum gesessen und Äpfel gepflückt. Sie hat unseren größten Respekt“, sagt Enkelin Sylvia Kühl (52). Niemals aufgeben, trotz allerlei Rückschläge, das war die Devise von Katharina Bartsch. „Immer wieder aufstehen, Krone richten und weitergehen. Das ist meine Oma“.

Insbesondere Enkelin Bettina Kühl (49) kümmerte sich um die Großmutter, die noch im Alter von 100 Jahren selbstständig ihren eigenen Haushalt führte. Immer flott zu Fuß ging es, so oft wie möglich, zur Katholischen Kirche, deren Gottesdienste sie auf keinen Fall verpassen wollte. Auch den Schleswiger Verband der Landmannschaft Ostpreußen begleitete Katharina Bartsch über Jahrzehnte engagiert – und sie war gerne auf den gemeinsamen Bustouren in der Freizeit unterwegs.

Heute sagt die Jubilarin rückblickend: „Die Zeit ging rasend schnell vorbei. Die Knie wollen nicht mehr so, ansonsten fühle ich mich gut.“ Ihren Geburtstag begeht Katharina Bartsch heute im Kreise der Familie, gemeinsam mit ihrer Tochter, den drei Enkelkindern und sechs Urenkeln und in einer Kaffeerunde mit ihrer Mitbewohnern in Borgwedel.





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