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Serie Direktkandidaten Flensburg-Schleswig : Die ständige Wahlkämpferin

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Im Mai zog Petra Nicolaisen abermals in den Landtag ein – jetzt hofft die innenpolitische Expertin der CDU auf den Sprung nach Berlin.

von
erstellt am 13.Sep.2017 | 16:59 Uhr

In loser Reihenfolge stellt unsere Zeitung die Direktkandidaten im Wahlkreis 1 (Flensburg-Schleswig) vor. Dabei werden jene sechs Parteien berücksichtigt, die bereits im Bundestag vertreten sind beziehungsweise laut Umfragen realistische Chancen haben, ins Parlament einzuziehen. Folge 3: Petra Nicolaisen (CDU).

Eigentlich schien das politische Jahr für Petra Nicolaisen schon im Mai perfekt gelaufen zu sein. Bei der Landtagswahl verteidigte sie ihr Direktmandat im Wahlkreis Flensburg-Land und zog abermals ins Kieler Parlament ein, dem sie seit 2009 als Abgeordnete angehört. Mission erfüllt. Doch nur wenige Monate später steckt die CDU-Politikerin wieder an vorderster Front im Wahlkampf. Diesmal geht es für die 51-Jährige um den Einzug in den Bundestag. „Hätte mir das jemand im Januar gesagt, hätte ich dem einen Vogel gezeigt“, sagt Nicolaisen. Doch nachdem die Lürschauerin Sabine Sütterlin-Waack ihr Bundestagsmandat gegen den Posten der Justizministerin in Kiel getauscht hatte, brauchte die CDU kurzerhand einen neuen Direktkandidaten für die jetzt anstehende Wahl. Und da entschieden sich die Parteifreunde eben für die weitgehend bekannte Landespolitikerin aus Wanderup.

„Als mich der Kreisvorstand gebeten hat zu kandidieren, musste ich das erstmal mit der Familie klären. Aber mein Mann hat gesagt, er trägt das mit“, berichtet die Mutter zweier erwachsener Kinder. Berlin statt Kiel – das wäre schon eine Umstellung, weiß Nicolaisen. „Aber vielleicht könnte es dann eine Mutter-Tochter-WG geben.“ Ihre Tochter studiert in Berlin Tiermedizin. Als Ersatzkandidatin fühle sie sich übrigens nicht, wie Nicolaisen betont. „Es war eben eine neue Situation entstanden.“

Punkten könne sie mit ihrem Fleiß und ihrer Bodenständigkeit, glaubt Petra Nicolaisen. „Immer ein offenes Ohr für den Bürger zu haben, ist die Basis. Ich kenne den Wahlkreis natürlich sehr gut, lebe seit 51 Jahren hier“, sagt die gebürtige Schleswigerin, die in Fahrdorf aufwuchs und in ihrer heutigen Heimatgemeinde Wanderup von 2003 bis 2013 als Bürgermeisterin amtierte. Neben der Politik ist die gelernte Industriekauffrau auch noch im Viehhandelsunternehmen ihres Mannes beschäftigt. Selbst jetzt im Wahlkampf versucht sie, einige Stunden dafür freizuschlagen. „Morgens zwischen 6 und 7 Uhr kümmere ich mich schnell noch ein bisschen um die Buchhaltung.“ Und manchmal bleibe sogar ein bisschen Zeit, um die Laufschuhe zu schnüren. „Beim Joggen oder Walken bekomme ich den Kopf frei. Denn im Moment dreht sich doch fast alles um Politik. Ich bin ja schließlich auch noch Landtagsabgeordnete.“

Ist Bundestagswahlkampf anstrengender als Landtagswahlkampf? Petra Nicolaisen schüttelt den Kopf. „Nein. Der Landtagswahlkampf war intensiver, weil er wesentlich länger dauerte.“ Und wegen der Kürze der Zeit werde sie diesmal im Tür-zu-Tür-Wahlkampf auch nicht so viele Menschen ansprechen können wie noch im Frühjahr, als sie 1800 Klingelknöpfe gedrückt habe. Bei dieser persönlichen Form des Wahlkampfes mache sie übrigens durchweg positive Erfahrungen. „Es wird von den Bürgern anerkannt, dass sich ihre Politiker um sie kümmern.“ An Ständen auf der Straße werde sie hingegen auch schon mal beschimpft.

Und dann kommt ja noch die Kanzlerin in den Wahlkreis 1. Der Besuch von Angela Merkel am Mittwoch nächster Woche in Kappeln ist für Petra Nicolaisen etwas Besonderes. „Mit ihr gemeinsam auf der Bühne zu stehen, wird spannend, zumal es in Schleswig-Holstein ihr letzter Auftritt vor der Wahl ist.“

Sollte es mit dem Einzug in den Bundestag klappen, würde sich die Wanderuperin auch in Berlin gerne weiter der Innenpolitik widmen. Nicolaisen ist derzeit im Landtag innenpolitische Sprecherin ihrer Fraktion. Zwar habe sie Respekt vor der möglichen neuen Aufgabe, aber dass Politik im Bund grundlegend anders als im Land funktioniert, glaube sie nicht. „Ich kenne die parlamentarischen Verfahren.“ Und aufgrund ihrer bisherigen Funktionen, auch in der Kommunalpolitischen Vereinigung der CDU, sei sie bundesweit vernetzt. Aber zunächst gilt es für Petra Nicolaisen, auch den zweiten Wahlkampf des Jahres zu gewinnen.

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