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Schleswig : Die Stadt will das Hertie-Haus kaufen

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Es gibt positive Signale aus Berlin, die Verhandlungen sind auf der Zielgeraden.

von
erstellt am 11.Mär.2016 | 12:51 Uhr

So richtig weit aus dem Fenster lehnen möchte sich noch niemand. Im Gegenteil. Es ist höchstens vorsichtiger Optimismus, den man spürt, wenn man sich im Rathaus und der Schleswiger Politik zum Thema Hertie umhört. Fest steht: Die Stadt hat ein Kaufangebot für das ehemalige Kaufhaus-Gebäude abgegeben. Ob der Verkäufer dieses auch annimmt, bleibt abzuwarten.Bereits in den kommenden Tagen soll eine Entscheidung fallen.

Bürgermeister Arthur Christiansen möchte sich derweil zu dem Thema am liebsten gar nicht äußern. Zumindest aber verweist er auf „laufende Verhandlungen“. Die finden zurzeit offenbar in Berlin statt. Dort sitzt das Unternehmen CR Investment Management, der zentrale Vermarkter der ehemaligen Hertie-Immobilien. Schon öfter gab es in den vergangenen sechs Jahren (das Kaufhaus wurde im Sommer 2009 geschlossen und steht seitdem leer) von dort aus Signale, dass es mit einem Verkauf der Immobilie etwas werden könnte. Auch die Option, dass die Stadt das Ensemble kauft, stand bereits mehrfach im Raum. Am Ende aber gab es in Schleswig regelmäßig lange Gesichter. Grund dafür war einerseits der aufgerufene Preis von über drei Millionen Euro. Dieser war den ohnehin wenigen Interessenten deutlich zu hoch. Andererseits erschwerten die schwierigen Besitzverhältnisse die Verhandlungen. So konnte man bis heute auch im Rathaus das Geflecht aus Insolvenzverwaltern und Gläubigern, das von den Niederlanden bis London reicht, nicht wirklich entwirren. Allein die Maklerfirma CR Investment stand und steht als Ansprechpartner bereit.

Nach SN-Informationen scheint nun aber tatsächlich Bewegung in die Geschichte zu kommen. Offenbar haben die Ergebnisse von zwei neuen, unabhängig voneinander erstellten Wertgutachten zum Umdenken beigetragen. Eines davon wurde von CR Investment selbst in Auftrag gegeben, ein anderes vom Amtsgericht. Letztes kommt zu dem Schluss, dass die Schleswiger Hertie-Immobilie rund 1,74 Millionen Euro wert ist.

Das ist auch der Preis, den die Stadt nun offenbar gewillt ist zu zahlen. Die Zahl will Rathaussprecherin Antje Wendt zwar nicht bestätigen. Sie sagt aber: „Unser Angebot liegt in Berlin vor. Jetzt warten wir auf eine Antwort und hoffen, dass es diesmal klappt.“ Für diesen Fall gibt es laut Wendt noch keinerlei Pläne, was danach mit dem Gebäude und dem Grundstück geschehen könnte. Es gehe zunächst allein darum, endlich das Heft des Handelns in der Hand zu haben. Sicher sei nur, dass es „etwas Konstruktives“ sein werde, „etwas, von dem die Innenstadt profitiert“.

Das wiederum erhofft man sich offenbar auch in Kiel. So gibt es Signale, dass der Kauf des Hertie-Hauses im Rahmen der geplanten Innenstadtsanierung vom Land zu einem großen Teil gefördert wird. Auch deshalb haben sich sämtliche Fraktionen der Ratsversammlung geschlossen für die Kaufpläne ausgesprochen. Dennoch gibt man sich auch in Reihen der Politiker noch zurückhaltend. „Ja, wir stehen hinter dieser Idee“, erklärt CDU-Fraktionschef Holger Ley auf Nachfrage. Allerdings, so schränkt er ein, gebe es nur dieses eine Angebot. „Mehr als das, was wir bieten, werden wir auch nicht zahlen.“ Dass man seitens der Stadt nur den Unterhändler, nicht aber die tatsächlichen Besitzverhältnisse kenne, hinterlasse bei ihm weiterhin eine gute Portion Skepsis. „Aber natürlich würden wir uns freuen, wenn es klappt. Dieser Schandfleck muss endlich weg. Es wird höchste Zeit, dass sich dort etwas bewegt“, sagt Ley.

Sein Kollege von der SPD, Stephan Dose, schlägt in die gleiche Kerbe. „Diese Ruine ist seit Jahren eine Bremse für die Entwicklung ganz Schleswigs“, sagt er. Gleichzeitig betont er aber auch, ohne weiter ins Detail gehen zu wollen: „Der Wert des Grundstücks und der Immobile ist bekannt, die finanzielle Situation der Stadt aber auch.“

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