Gottorfer Landmarkt : Die Seeadler fest im Fokus

Bei der Futtersuche für die beiden Schleswiger Seeadler-Jungen wechseln sich die Eltern ab.
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Bei der Futtersuche für die beiden Schleswiger Seeadler-Jungen wechseln sich die Eltern ab.

Am Sonntag können die Besucher einen Blick auf die Greifvogel-Familie vom Burgsee werfen.

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13. Mai 2015, 07:45 Uhr

Viele Schleswiger haben sie schon längst in ihr Herz geschlossen: Die Seeadler, die sich am Burgsee – direkt gegenüber von Schloss Gottorf – häuslich niedergelassen haben. Täglich kommen mehrere Neugierige, ausgerüstet mit Ferngläsern und Kameras, auf die Schlossinsel, um die stolzen Greifvögel einmal live aus der Nähe zu betrachten. Die gute Nachricht: Inzwischen bewohnen nicht mehr nur zwei, sondern vier Adler den geräumigen Horst, der sich hoch oben in einer Pappel am Nordwest-Ufer des Sees befindet. Am 9. und 11. April sind die beiden Jungvögel geschlüpft und werden seitdem von ihren Eltern ordentlich gefüttert – vorwiegend mit Fischen direkt aus dem Burgsee oder der nahen Schlei.

Wer mehr wissen will über die erste Adler-Familie seit über 100 Jahren, die in Schleswig zu Hause ist, hat beim 16. Gottorfer Landmarkt am kommenden Sonntag ausreichend Gelegenheit dazu. Dann wird die Projektgruppe Seeadlerschutz Schleswig-Holstein am westlichen Ufer der Schlossinsel (hinter der Bühne) einen Infostand und drei Spektive aufbauen, die den Zuschauern einen ungehinderten Blick auf den Horst ermöglichen.

„Mit ein bisschen Glück kann man dabei sogar erleben, wie sich ein Adler einen Fisch aus dem Wasser holt“, sagt Andreas Rau. Der Gottorfer Archäologe ist gleichzeitig Mitglied der Seeadler-Projektgruppe und geht fast täglich raus, um die Vögel zu beobachten. Dass der Trubel des Landmarkts die scheuen Tiere stören könnte, glaubt er nicht. Denn bereits im vergangenen Jahr, als die beiden Adler noch erfolglos brüteten, hätten sie in der Nähe auf einem Ast gesessen und sich nicht aus der Ruhe bringen lassen.

Auch Günter Kalin von der Projektgruppe sieht darin kein Problem: „Die Vögel gewöhnen sich schnell an Dinge, von denen sie wissen, dass sie keine Gefahr für sie bedeuten. Wenn sie hier, direkt am Stadtrand, ihren Horst bauen, müssen und werden sie damit leben. Wenn aber jemand in den Wald schleicht und sich ihrem Nest nähert, dann ist das schon eine andere Sache.“

Um über genau solche Dinge aufzuklären, erhoffen sich die Adler-Freunde viele Gäste an ihrem Infostand auf dem Landmarkt. „Natürlich möchten wir auch Werbung machen für die eigene Sache. Das wichtigste aber ist, den Menschen den Adler näher zu bringen – und ihn zu sehen“, sagt Gruppen-Mitglied Holger Weidmann, der betont, „wie toll die Schleswiger ihre Adler angenommen haben“.

Anfang Juli, so rechnen die Experten, werden die Jungen erste Flugversuche starten. Im Oktober müssen sie dann den elterlichen Horst verlassen und sich eine eigene Bleibe suchen.

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