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Schleswiger Nachrichten

24. September 2017 | 03:20 Uhr

Schleswig : Die schwimmende Kunstmeile

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Die „Galerie auf der Schlei“ wird am Sonnabend eröffnet. Zum ersten Mal machen nicht nur Schüler, sondern auch Flensburger Studenten.

von
erstellt am 21.Mai.2016 | 07:16 Uhr

Nicht nur in Kopenhagen sitzt an der Uferpromenade eine kleine Meerjungfrau – sondern seit gestern auch in Schleswig. Sie ist vielleicht nicht ganz so filigran gearbeitet wie ihre Schwester in der dänischen Hauptstadt, aber größer und bunter und auf jeden Fall ein Hingucker für jeden Spaziergänger.

Heute um 13 Uhr wird an der Uferpromenade vor der Schleistraße die „Galerie auf der Schlei“ eröffnet. 16 Kunstwerke von Schülern aus vier Schleswiger Schulen und erstmals auch von Studenten der Flensburger Universität werden bis in den Herbst hinein auf Pontons im Wasser schwimmen.

Gestern Nachmittag begannen die Aufbauarbeiten. Einige Schüler verfolgten sie vom Ufer aus. Andere wagten sich hinein ins 13 Grad kalte Wasser. Zum Beispiel die beiden Lornsenschüler Timo Ferres und Stephan Nickel. Stephan trug – wie es Kuntslehrer Holger Sagunski dringend empfohlen hatte – festes Schuhwerk. Timo war barfuß und konnte hören, wie Sagunski an Land erläuterte: „Das größte Problem ist nicht die Wassertemperatur und auch nicht wer Wellenschlag, sondern die Steine auf dem Grund der Schlei.“

2010 hatte der Gymnasiallehrer die traditionsreiche Galerie nach mehrjähriger Unterbrechung wieder ins Leben gerufen. Seither findet sie alle zwei Jahre statt. Sagunski ist zuversichtlich, dass es bei diesem Rhythmus bleibt, auch wenn er im Sommer in den Ruhestand geht. „Es gibt genügend Kollegen, auch an den anderen Schulen, die die Verantwortung übernehmen können“, sagt er. Außer der Lornsenschule beteiligen sich in diesem Jahr auch die drei Gemeinschaftsschulen Gallbergschule, Bruno-Lorenzen-Schule und Dannewerkschule (von hier kommt die bunte Meerjungfrau) an der Aktion.

Heute Morgen werden Sagunski und seine Schüler einen ersten Eindruck davon bekommen, ob die Kunstwerke wind- und wasserfest sind. Einige Pontons gerieten gestern schon nach wenigen Minuten in Schlagseite. „Die Schüler überschätzen manchmal die Schwimmfähigkeit ihrer Konstruktionen“, weiß er. In den vergangenen Jahren kam es immer wieder mal vor, dass einzelne Kunstwerke absoffen oder sich selbstständig machten. Dabei ist die Verankerung sehr fest: Die Hafenmeister Harald Eschen und Michael Hofbauer versenkten dazu von ihrem Arbeitsfloß aus Gullideckel auf dem Grund der Schlei – jeder von ihnen mit einem Gewicht von rund 50 Kilogramm. Die Stadt leistet für das Kunstprojekt nicht nur technische Hilfestellung, sondern gibt auch für die Materialkosten einen Zuschuss in Höhe von 4800 Euro. Die Kunstwerke werden bis zum September im Wasser bleiben.

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