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Schleswiger Nachrichten

18. Oktober 2017 | 15:57 Uhr

Schleswig : Die Schmid-Villa ist verkauft

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Die neue Eigentümerin möchte die Schmid-Villa erhalten und selbst nutzen. Die Pläne für eine mehrstöckige Wohnanlage sind vom Tisch.

von
erstellt am 08.Aug.2015 | 09:04 Uhr

Die Schmid-Villa ist verkauft. Das bestätigte Stadtwerke-Geschäftsführer Wolfgang Schoofs am Freitag auf SN-Nachfrage. Damit hat die seit Monaten andauernde Diskussion über die Zukunft des Sahnegrundstücks am Stadthafen eine überraschende Wendung erfahren. Die Pläne für eine mehrstöckige Wohnanlage am Ufer der Schlei sind damit endgültig vom Tisch.

Die neue Eigentümerin möchte erst in den kommenden Wochen öffentlich in Erscheinung treten. Klar ist aber, dass sie das bestehende Gebäude weitgehend erhalten möchte und keine großen Baumaßnahmen plant. Nach Auskunft von Schoofs handelt es sich „um eine seriöse und solvente Einzelperson aus Schleswig-Holstein“, die die Villa privat oder gewerblich nutzen möchte. Nach SN-Informationen hat die Käuferin Erfahrungen im Bereich der Gastronomie und ist im Kreis Schleswig-Flensburg ansässig.

Die Stadtwerke hatten die leer stehende Villa im Herbst 2012 zusammen mit dem angrenzenden Ufergrundstück, auf dem sich jetzt der Wohnmobil-Stellplatz am Hafen befindet, für 2,35 Millionen Euro von Sybille Schmid-Sindram gekauft, der Ex-Frau von Mobilcom-Gründer Gerhard Schmid, der die Villa vor 16 Jahren bauen ließ.

Das städtische Unternehmen hatte zunächst vergeblich versucht, die Immobilie weiterzuverkaufen. Als im vergangenen Jahr der Busdorfer Projektentwickler Uwe Hahn im Bauausschuss mit Plänen vorstellig wurde, die Villa abzureißen und auf dem Grundstück eine mehrstöckige Wohnanlage zu errichten, startete eine Bürgerinitiative ein Bürgerbegehren gegen dieses Vorhaben – und war damit erfolgreich.

„Mit dem Verkauf sind die Ziele der Bürgerinitiative zu hundert Prozent erreicht“, sagt Schoofs. Initiativensprecher Ronny Haardt zeigte sich erfreut, als er gestern von der Verkaufsnachricht überrascht wurde. „Wir werden jetzt versuchen, mit der neuen Eigentümerin Kontakt aufzunehmen“, sagte er. „Vielleicht hat sie Interesse an den vielen Vorschlägen für eine Nutzung des Grundstücks, die wir in den vergangenen Monaten gemeinsam mit den Schleswiger Bürgern entwickelt haben.“

Schoofs machte deutlich, dass der Streit um die Schmid-Villa viele neue Kaufinteressenten auf die Immobilie aufmerksam gemacht habe – „seriöse und weniger seriöse“. Zum Kaufpreis sagte der Stadtwerke-Chef nur so viel: „Es ist ein Preis, der dazu führt, dass die Bilanzen der Stadtwerke nicht belastet werden.“

Ähnlich äußerte sich der SSW-Ratsfraktions-Vorsitzende Otmar Petersen, der in dieser Woche den urlaubenden Bürgermeister Arthur Christiansen vertritt: „Mit der Summe werden die Stadtwerke den Kredit ablösen können, den sie für die Villa aufgenommen haben. Dadurch werden sich auch wieder die Gewinnausschüttungen an die Stadt Schleswig erhöhen.“

Der Wohnmobilstellplatz am Hafen soll indes bestehen bleiben. Lediglich die kleine Erweiterung auf dem Villengelände werde im Herbst wieder zurückgebaut, so Schoofs.

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