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Gestaltungssatzung : Die Schleswiger Altstadt soll ihr Gesicht behalten

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Nach einem Jahr in der Warteschleife wird sich die Ratsversammlung demnächst mit dem Thema Gestaltungssatzung befassen.

von
erstellt am 19.Okt.2017 | 08:42 Uhr

Als die Diskussion begann, da hieß der Bürgermeister noch Thorsten Dahl und der Bauamtsleiter Peter Hopfe. Seit mehr als fünf Jahren spricht man im Rathaus über eine Gestaltungssatzung für die Altstadt – über ein Regelwerk, das dazu beitragen soll, den historischen Stadtkern in seinem Charakter zu erhalten. Das Thema wurde immer wieder aktuell, wenn das Bauamt einen Neubau genehmigte, der nach Ansicht vieler Kritiker nicht in das Gefüge der Altstadt passte. Stets verwies die Verwaltung dann darauf, dass es außer den sehr allgemein gehaltenen Bestimmungen des Baugesetzbuches keine Vorschriften gibt, auf deren Grundlage man eine Baugenehmigung verweigern könnte. Für die Altstadt gibt es keinen Bebauungsplan – und eben auch keine Gestaltungssatzung. Unter Denkmalschutz stehen nur einzelne Häuser.

Vor einem Jahr war die Arbeit an einer Gestaltungssatzung schon weit fortgeschritten. In einer öffentlichen Bürgerveranstaltung im Rathaus präsentierte das beauftragte Hamburger Planungsbüro Evers & Küssner bereits detaillierte Pläne. Die damalige Bauamtsleiterin Britta Gutknecht legte einen Zeitplan vor, der vorsah, dass die Ratsversammlung die Satzung im Januar 2017 beschließen sollte.

Doch nach der Bürgerversammlung verschwand das Thema plötzlich von der öffentlichen Agenda der Kommunalpolitik. Endgültig begraben ist es jedoch noch nicht, sagte Rathaus-Sprecherin Antje Wendt jetzt auf SN-Nachfrage. Derzeit erstelle das Planungsbüro die Endfassung des Entwurfs. Der neue Termin für den Ratsbeschluss: Anfang 2018. Vorher soll erneut eine Veranstaltung stattfinden, in der die Bürger sich zu Wort melden können.

Der Grund für die einjährige Warteschleife: Auf der Bürgerveranstaltung hatte es Widerstand gegen die geplante Vorschrift gegeben, dass in der Altstadt künftig ausschließlich Holzfenster verbaut werden dürfen. Danach hatte es im Hintergrund immer wieder Gespräche mit Kommunalpolitikern und Vertretern der Stadtverwaltung gegeben.

Nun zeichnet sich ab, dass wohl auch Kunststofffenster zugelassen werden sollen, sofern sie optisch bestimmten Anforderungen genügen. „Diese Frage ist noch zu diskutieren“, sagt der Bauausschuss-Vorsitzende Stephan Dose (SPD). Da es mittlerweile „sehr gute Möglichkeiten für Kunststofffenster“ gebe, hält er es für sinnvoll, die Gestaltungssatzung in diesem Punkt zu öffnen – auch vor dem Hintergrund der finanziellen Belastung der betroffenen Immobilieneigentümer. Grundsätzlich hält er die Gestaltungssatzung für „erforderlich, um Fehlentwicklungen zu vermeiden“.

Die Satzung soll für rund 350 Häuser vom Gallberg bis zum Holm gelten. Die neuen Vorschriften werden dann nicht nur Auswirkungen auf Baugenehmigungen haben, sondern es muss sich auch jeder Besitzer, der sein Haus renovieren will, danach richten. So wird man zum Beispiel die Fassaden nicht mehr in jeder beliebigen Farbe streichen können. Der erste Entwurf sah zudem vor, dass Fensterrahmen – zumindest teilweise – weiß zu sein haben. Das in den letzten Jahrzehnten weit verbreitete Braun wäre dann verboten.

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