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Schleswiger Nachrichten

22. Oktober 2017 | 10:47 Uhr

Schleswig : Die Schlei als Segelrevier retten

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Schleswigs Thorsten Dahl ist der erste von 48 Bürgermeistern, der eine Resolution zum Erhalt der Schlei als Bundeswasserstraße unterzeichnet hat.

shz.de von
erstellt am 12.Okt.2013 | 14:00 Uhr

Schleswig | Es ist ein Vorhaben, das nicht nur Segler, sondern auch die Mitarbeiter der Tourismusbranche besorgt in die Zukunft blicken lässt: Die Schlei soll nicht mehr Bundeswasserstraße sein, sondern zur „sonstigen Wasserstraße“ herabgestuft werden – so der Plan von Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU). Nun hat die CDU-Fraktion als Reaktion darauf eine Initiative gestartet. 48 Bürgermeister der Schlei-Gemeinden sollen eine Resolution unterschreiben. Bürgermeister Thorsten Dahl hat gestern als Erster das Papier unterzeichnet und es Bürgermeisterkandidat Frank Neubauer (CDU) überreicht. „Die Schlei soll bleiben, wie sie ist“, sagt er entschieden.

Die Auswirkungen für die Schlei als Wassersport-Revier wären nämlich fatal. Es würde nämlich heißen, dass die Schlei nur ausgebaggert und betonnt wird, wenn es nötig ist und die finanziellen Mittel es hergeben. Der Bund ist es nämlich, der die Seestraße mit grünen und roten Tonnen markiert und der Baggerschiffe zu den flachen Stellen schickt, um diese vom Sand zu befreien.

Für den Seetourismus würden die Reformen der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundesverkehrsministeriums bedeuten, dass künftig nur noch Schiffe mit einem Tiefgang von maximal zwei Metern durch die Stexwiger Enge und andere flache Stellen fahren können. Max Triphaus, Geschäftsführer der Ostseefjord Schlei GmbH, sieht darin eine Gefahr für den Schlei-Tourismus. Das Gewässer hole durch die Ostsee die Besucher ins Binnenland. „Dieses Alleinstellungsmerkmal ist in Deutschland einzigartig und muss auf jeden Fall erhalten bleiben“, stellt er klar. Wird die Schlei herabgestuft, könne das bisherige Angebot nur schwer aufrecht erhalten werden.

Nicht zu vergessen sind auch die Arbeitsplätze in Tourismus und Wirtschaft, die auf dem Spiel stehen. Die Schlei ist schließlich ein Bereich mit der höchsten Werftdichte. Um die Herabstufung zu verhindern, hat auch der Kreis kürzlich eine Resolution verabschiedet.

Neubauer wird das gestern unterschriebene Dokument nun an die anderen Bürgermeister der Schlei-Gemeinden weitertragen und dann an den Bund schicken. Dort sei noch nicht deutlich geworden, welche Rolle die Schlei für die Region spiele. Die neue Bundestagsabgeordnete Dr. Sabine Sütterlin-Waack bekommt die Resolution als „Werkzeug an die Hand, um politischen Druck aufzubauen“, erklärt Neubauer. Ziel sei es, mit dem Start der neuen Regierung in Berlin fertig zu werden.

Mit den Unterschriften der Schlei-Anrainer-Bürgermeister möchte Neubauer an den Bund appellieren, sich mehr um die strukturschwache Schlei-Region zu kümmern. „Ich hoffe, dass im Idealfall alle 48 Bürgermeister unterzeichnen“, betont er. Und fügt hinzu: „Nur mit der Masse kann man etwas bewirken.“

 

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