Tourismus : Die Ruhe ist Schleswigs Standortvorteil

Schloss Gottorf gehört  zu denfür  den Schleswig-Holstein-urlauber zu
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Schloss Gottorf gehört zu denfür den Schleswig-Holstein-urlauber zu

Bei der Werbung um Urlauber will Ostseefjord-Schlei-Geschäftsführer Max Triphaus noch mehr auf Entspannung und Entschleunigung setzen

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12. November 2013, 00:34 Uhr

Am Ende einer jeden Feriensaison steht die Statistik. Und damit die Antwort auf die Frage, wie viele Tagesgäste gekommen sind und wie viele Übernachtungen es gegeben hat. Eine ermutigende Nachricht vermeldet die Ostseefjord Schlei GmbH für Schleswig und die Region: Die Übernachtungszahlen weisen ein sattes Plus von 6,8 Prozent auf – insgesamt haben sich 62 719 Gäste vom Januar bis zum Oktober in hiesige Hotels und Ferienwohnungen einquartiert. Auf eine schwache Vorsaison mit langem Winter war eine starke Hauptsaison mit schönem Sommer gefolgt. Davon konnten Schleswig und die gesamte Region profitieren, sagte Geschäftsführer Max Triphaus gestern im Gespräch mit den SN.

Seit dem 1. Juli leitet der studierte Diplom-Geograph die Geschicke der Tourismusgesellschaft mit Sitz im Plessenhof. Triphaus vermittelt eine Mischung aus Ruhe und Bedacht, gepaart mit einer guten Portion Zuversicht, wenn er über Strategien spricht, die noch mehr Gäste in die Region locken sollen. Als Zielgruppen behalten die Schlei-Touristiker sogenannte Best Ager (ab 50plus), Familien mit Kindern sowie „anspruchsvolle Genießer“ (zwischen 30 und 40 Jahren, meist ohne Kinder) im Fokus. Triphaus will aber künftig noch stärker als bisher auf das Thema Entschleunigung setzen. Zwar hat die gesamte Tourismusbranche dieses Stichwort seit einigen Jahren für sich entdeckt, doch der Tourismus-Chef sieht gerade die Schleiregion mit Schleswig und Kappeln als ideales Revier zum Entschleunigen an. „Bei uns finden die Urlauber Ruhe und Zeit in einer Umgebung, die noch authentisch ist und keine störenden Bettenburgen oder dergleichen aufweist.“

Dass Urlauber, die nach Schleswig kommen, hier vor allem Entspannung finden wollen, belegt eine Befragung von Schleswig-Holstein-Reisenden nach ihren Urlaubsmotiven. Diese Befragung hatte im Jahre 2000 stattgefunden und wurde elf Jahre später unter dem gleichen Vorzeichen wiederholt. Eindeutige Tendenz dabei: Die Wünsche nach Entspannung, keinen Stress zu haben, sich nicht unter Druck setzen zu lassen, Natur zu erleben und gesundes Klima zu genießen, kommen immer stärker zum Ausdruck. Triphaus verfolgt daher die Strategie: „Wir brauchen eine noch klarere Profilierung in diese Richtung, um unsere Schleiregion mit den Urlaubersehnsüchten von heiler Welt und Idylle mehr in Verbindung zu bringen.“

Das, was früher vielleicht ein Manko im Tourismus darstellte, erweist sich heute als klare Stärke: „Nämlich, dass Schleswig keine typischen Billig-Highlights für Touristen aufweist. Der Gast erlebt unsere Region noch als authentisch.“ Wenig Bespaßung, wenig Entertainment im Urlaub – das entspreche jetzt dem gesellschaftlichen Trend.

Demnach soll der unverdorbene und unverbrauchte Charakter der Schleiregion neben den kulturellen Alleinstellungsmerkmalen, die Schleswig auszeichnen, herausgestellt werden. So könne man eher der starken Konkurrenz durch die Ostseebadeorte standhalten und sich sogar gegen sie abgrenzen.

Um dem nach Entspannung und Gesundheit suchenden Urlauber weitere Angebote zu machen, will Triphaus neue Wanderrouten – alle in Rufnähe der Schlei – ausmachen. Vor allem Rundwege, die miteinander vernetzt sind, damit auch Etappen-Wanderungen rund um die Schlei gemacht werden können. Radwegekarten gibt es bereits seit Jahren, aber auch über die neue Wanderkarte soll der Schlei-Urlauber in der kommenden Saison verfügen können – in gedruckter Form und als App. Im Dezember will Triphaus Bürgermeister und Vertreter der Schleigemeinden einladen, um gemeinsam Routenvorschläge und weitere Projekte zu besprechen.

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