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FReibad Kropp : Die Retter von morgen üben schon

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Die DLRG Kropp bildet Nachwuchs aus: 15 Mädchen und Jungen sind die „Jugendfeuerwehr im Wasser“.

Als es darum geht, einen Ertrinkenden zu mimen, zeigen die Schwimmschüler von Nadine Tams-Detlefsen vollen Einsatz: Im Kropper Freibad wedeln sie mit den Armen im Wasser und rufen „Hilfe!“ Zwei Kameraden schnallen sich Rettungsboje und Gurt um und schwimmen zu ihnen. „Los, gib Vollgas“, spornt die Ausbilderin dabei den achtjährigen Lasse an, der kurz darauf den gleichaltrigen Jalte sicher an den Beckenrand schleppt.

Die Jungen gehören zu 15 Schwimmern zwischen acht und 14 Jahren, die seit Mai zu Juniorrettern ausgebildet werden. Als „Jugendfeuerwehr im Wasser“ würden sie spielerisch an die Aufgaben der Rettungsschwimmer herangeführt, sagt Nadine Tams-Detlefsen. Die Technische Leiterin der Schwimmausbildung bei der DLRG Kropp unterrichtet den neuen Kursus gemeinsam mit ihrem Vorstandskollegen Sebastian Bendler und der 13-jährigen Greta Wittke. So reagiert das DLRG auf das Nachwuchsproblem, denn die Juniorretter sind die Rettungsschwimmer von morgen.

Die Kinder lernen zu kraulen, auf dem Rücken zu schwimmen, länger zu tauchen, andere mit dem Griff unter die Achseln „abzuschleppen“ und Elemente der Ersten Hilfe. „So wissen sie im Notfall, was zu tun ist – wie jemanden in die stabile Seitenlage zu bringen“, sagt Nadine Tams-Detlefsen. Hinzu kommt theoretischer Unterricht, damit sie etwa verstehen, warum sie beim Tauchen in die Tiefe den Druckausgleich in den Ohren machen.

Sobald die Kinder zwölf Jahre alt sind, können sie die Ausbildung zum Rettungsschwimmer beginnen und das DLRG-Abzeichen Bronze machen. Mit 15 Jahren kann man das Silberzeichen ablegen und ist Rettungsschwimmer. Das Mindestalter für Gold ist 16 Jahre, wobei verschiedene Schwimm-, Rettungs- und Wiederbelebungsmethoden geprüft werden. Ab 18 Jahren sei man als vollwertiger Rettungsschwimmer im Einsatz, so Tams-Detlefsen. Bei Wind und Wetter trifft sie sich mit der Gruppe sonntags ab 11 Uhr im Freibad. Zu Beginn schwimmen sie sich warm. Da für Kinder nichts tödlicher sei, „als Kacheln zu zählen“, mache sie das „Würfelschwimmen“: Am Beckenrand liegen Würfel und je nachdem, welche Zahl die Kinder würfeln, müssen sie verschiedene Übungen machen, darunter auf einer Nudel reiten oder abwechselnd auf dem Bauch und dem Rücken schwimmen.

Die zehnjährige Marie hat eine vier gewürfelt und muss jemanden abschleppen. Trotz Schwimmflossen an den Füßen hat sie Schwierigkeiten, die zwei Jahre ältere Cathi über Wasser zu halten. „Du sollst nicht Fahrrad fahren, sondern lange Beine machen“, erklärt ihr die Schwimmlehrerin geduldig. Als das im tiefen Wasser nicht klappt, wird das Duo zum Üben ins Nichtschwimmerbecken geschickt. Auch wenn nicht alles sofort klappt, haben die Kinder sichtlich Spaß an den Übungen. Cathi, die gerade noch das Opfer gespielt hat, erzählt, dass sie bereits anderen Kindern das Schwimmen beibringt und betont: „Ich möchte Rettungsschwimmerin werden.“ Besonders gerne schwimme sie mit Flossen. Anstrengend sei die Ausbildung nicht, meint Niklas (elf), der seit sechs Jahren schwimmt: „Es macht Spaß.“ Noch dieses Jahr wolle er das DLRG-Bronzeabzeichen machen.

In den nächsten Monaten werden die Kinder zu Übungen an den Strand fahren. So ist ein Ausflug zur DLRG Tönning in Planung. Auch im Freibad werden sie stundenweise bei der Badewache mitlaufen und Abläufe kennenlernen. Langfristig wolle man mit der Gruppe zudem an DLRG-Meisterschaften teilnehmen, erklärt Nadine Tams-Detlefsen.

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erstellt am 01.Jul.2017 | 06:19 Uhr

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