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Schleswiger Kulturpreis : „Die Preisträgerin nicht wieder vergessen“

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Katrin Bethge erhält den Schleswiger Kulturpreis – ihr Vorgänger findet bei der Preisverleihung kritische Worte.

von
erstellt am 13.Okt.2017 | 07:34 Uhr

Wäre nicht ein feierlicherer Rahmen möglich gewesen als dieser? Das fragte Björn Mummert, nachdem auf der Kulturkonferenz im Stadtmuseum der Schleswiger Kulturpreis 2017 an die Hamburger Lichtkünstlerin Katrin Bethge verliehen wurde – und zwar „zwischen den Tagesordnungspunkten 3 und 4“, wie es Mummert formulierte. Der Musiker war der bis dato letzte Träger des Kulturpreises. Er hatte die Auszeichnung 2008 für seine Kompositionen erhalten. Nun war er als Leiter des Kreismusikschul-Popchors „Chor Colores“ dabei, der im Rahmenprogramm der Kulturkonferenz auftrat.

Katrin Bethge war als diesjährige Gewinnerin bereits vor vier Wochen der Öffentlichkeit präsentiert worden. Das Votum der Jury traf in der Kulturkonferenz auf allgemeine Zustimmung. Bethge hatte im vergangenen November das Innere des St.-Petri-Doms vier Wochen lang in wechselnden Lichtinstallationen getaucht. Auch andere Gebäude in der Stadt – vom Plessenhof bis zu Schloss Gottorf – hatte sie in diese „Lichtreise“ eingebunden.

„Katrin Bethge schuf eine faszinierende Stimmung im Dom und in der gesamten Stadt“, hob die Kulturausschuss-Vorsitzende Babette Tewes (Grüne) in ihrer Laudatio hervor. Als „eine Art vergängliche Malerei“ habe sie mit alltäglichen Materialen auf Overhead-Projektoren die Oberflächen des Raumes verwandelt. Die Preisträgerin selbst betonte in ihren Dankesworten, dass die Auszeichnung „eigentlich allen, die an dem Projekt beteiligt waren“, gebühre. Dabei nannte sie insbesondere die Vertreter der Kirche: Pastor Joachim Thieme-Hachmann als Ideengeber und Bischof Gothart Magaard als obersten Unterstützer.

Der Kulturpreis ist mit 1000 Euro dotiert und soll nach längerer Unterbrechung nun wieder alle zwei Jahre verliehen werden. Möglich, dass dies 2019 im Rahmen einer eigenen Veranstaltung geschehen wird. Björn Mummert jedenfalls hatte nach der Kulturkonferenz den Eindruck, dass seine Kritik offen aufgenommen worden sei. Das gilt auch für einen zweiten Punkt, den er anmerkte: „Als ich damals den Kulturpreis bekommen hatte, las ich wenig später vom anstehenden Neujahrsempfang der Stadt Schleswig mit Vertretern aus Politik, Gesellschaft und Kultur. Da dachte ich mir, da werde ich nun gewiss auch eine Einladung bekommen. Aber Pustekuchen!“ In diesem Sinne appellierte er an die Stadtoberen, die neue Kulturpreisträgerin nicht in Vergessenheit geraten zu lassen.

Die vor zwei Jahren gegründete Kulturkonferenz könnte dazu ihren Teil beitragen. Sie hatte bereits einen bedeutenden Anteil daran, den Preis wieder aufleben zu lassen. Dass die Kulturschaffenden in Schleswig ihrem Gremium Bedeutung beimessen, war auch daran zu erkennen, dass es für die Nachwahl zum Sprecherrat gleich zwei Bewerber gab. In einer Kampfabstimmung setzte sich Ronny Haardt (Ballettschule) mit 17 zu 14 Stimmen gegen Hedda Neumann (Förderverein Stadtmuseum) durch. Dem Sprecherrat gehören neben Haardt nun die Vorsitzende Susanne Pertiet, Wulf Schady, Lutz Schnoor, Anke Carstens-Richter und Petra Neumann an.

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