Landtags-Kandidaten in der A.P.-MØller-Schule : „Die Politiker hatten richtig klare Antworten“

Auf dem Podium waren die sechs im Landtag vertretenen Parteien präsent: (v.li.) Rasmus Andresen (Grüne), Birte Pauls (SPD), Lars Harms (SSW), Friederike Mey (Piraten), Johannes Callsen (CDU) und Anita Klahn (FDP).
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Auf dem Podium waren die sechs im Landtag vertretenen Parteien präsent: (v.li.) Rasmus Andresen (Grüne), Birte Pauls (SPD), Lars Harms (SSW), Friederike Mey (Piraten), Johannes Callsen (CDU) und Anita Klahn (FDP).

Politiker aus allen Landtags-Parteien stellen sich im Wahlkampf rund 700 Jugendlichen aus der Domschule und der A.P.-Møller-Schule.

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28. März 2017, 13:29 Uhr

Fast anderthalb Stunden lang hatten die Landtagskandidaten von sechs Parteien vor allem über Bildungs- und Europapolitik geredet. Gelegentlich spendeten die rund 600 Jugendlichen aus der Domschule und der A.P.-Møller-Schule höflichen Beifall. Den größten Applaus aber gab es ganz zum Schluss, als der Schüler Tjark Jessen dem Podium eine Frage zu einem ganz anderen Thema stellte: „Wie stehen Sie zur Cannabis-Legalisierung?“

Die Politiker antworteten mit deutlichen Statements. Dabei unterschied sich der CDU-Landtagsabgeordnete Johannes Callsen klar von den anderen Kandidaten, als er sagte: „Ich bin zwar Raucher, aber kein Cannabis-Raucher und gegen eine Freigabe.“ Birte Pauls (SPD), Rasmus Andresen (Grüne), Anita Klahn (FDP), Lars Harms (SSW) und Friederike Mey (Piraten) sprachen sich mit unterschiedlich großem Nachdruck für eine Legalisierung aus. Am deutlichsten die Piratin, die meinte, Cannabis sei vom Suchtpotenzial her „ungefähr so wie Kaffee“. Rasmus Andresen stimmte ihr zu, dass eine Legalisierung Cannabis-Qualitätskontrollen möglich machen würde, um das Strecken mit schädlichen Zusatzstoffen zu unterbinden. Lars Harms fand, die Polizei solle sich „lieber um die richtigen Verbrecher kümmern“. Birte Pauls hingegen sprach von einem „gespaltenen Verhältnis“, das sie angesichts der mit dem Cannabis-Konsum verbundenen Gefahren zu dem Thema habe. Die Freigabe für therapeutische Zwecke sei jedoch ein wichtiger Schritt gewesen. Anita Klahn sprach lieber von Entkriminalisierung als von Legalisierung: „Wir dürfen nicht den Eindruck erwecken, Cannabis sei völlig unschädlich.“

Vor der Cannabis-Debatte hatten sich die Schülerfragen vor allem um den SPD-Kanzlerkandidaten Martin Schulz gedreht – so dass insbesondere Birte Pauls zu Wort kam. Sie nannte die umstrittene „Agenda 2010“ als Beispiel dafür, dass wohl niemand zu hundert Prozent mit der Politik der eigenen Partei einverstanden sei – „auch ich nicht“.

Die Domschülerin Philippa Petersen und die A.P.-Møller-Schülerin Lulu Thomsen moderierten die abschließende Fragerunde. Sie waren angetan vom Auftritt der Politiker: „Sie haben richtig klare Antworten gegeben, und es war gut zu erkennen, worin sie sich unterscheiden“, meinte Philippa Petersen.

Die Unterschiede wären wohl noch deutlicher gewesen, hätten auch Kandidaten der Linkspartei und der AfD auf dem Podium gesessen. Die Lehrer Jan-Christian Schlüter (A.P.-Møller-Schule) und Werner Dawid (Domschule) hatten jedoch lediglich die sechs Parteien eingeladen, die schon jetzt im Kieler Landtag vertreten sind. Wenn die Politiker heute Vormittag in der Aula der Lornsenschule erneut aufeinandertreffen, wird das anders sein. Dort werden auch Marianne Kolter (Linke) und der AfD-Kreisvorsitzende Frank Hansen die Schülerfragen beantworten.

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