Schleswig : Die Parkgebühren kommen

Das marode Parkhaus am Schwarzen Weg: Sobald es durch einen Neubau ersetzt ist, soll das Parken in der Schleswiger Innenstadt Geld kosten.
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Das marode Parkhaus am Schwarzen Weg: Sobald es durch einen Neubau ersetzt ist, soll das Parken in der Schleswiger Innenstadt Geld kosten.

Bauausschuss fasst Grundsatzbeschluss: Einführung frühestens in drei bis vier Jahren.

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24. Januar 2018, 07:44 Uhr

CDU-Chef Helge Lehmkuhl sprach von einem „historischen Moment“. Jahrzehntelang habe seine Partei gegen die Einführung von Parkgebühren in der Schleswiger Innenstadt gekämpft. Jetzt aber sei der Moment gekommen, an dem es keine andere Möglichkeit mehr gebe. Wie auch die Vertreter aller anderen Ratsfraktionen stimmten die Christdemokraten gestern im Bauausschuss für die „Einführung der monetären Parkraumbewirtschaftung“. Bis die ersten Parkautomaten aufgestellt werden, dürften jedoch noch einige Jahre vergehen. Denn der Ausschluss stimmte zugleich dafür, erst dann Gebühren zu erheben, wenn das Parkhaus am Schwarzen Weg abgerissen und durch einen Neubau ersetzt wird, also frühestens in drei bis vier Jahren. Die Gebühren sollen dazu beitragen, diesen Neubau zu finanzieren.

Der Beschluss, der noch von der Ratsversammlung bestätigt werden muss, hatte sich schon lange abgezeichnet. Offen war aber bis zuletzt, wie hoch die Parkgebühren konkret ausfallen sollen. Dabei ging es vor allem um die Dauerparker. Ein Planungsbüro hatte vorgeschlagen, Monatstickets für 60 Euro zu verkaufen. Dagegen hatte es Widerstand unter anderem aus der Geschäftswelt gegeben. „Das würde Verkäuferinnen und Verkäufer treffen, die nicht gerade zu den Großverdienern gehören“, fasste es Bürgermeister Arthur Christiansen zusammen. Er schlug daher nun vor, für Monatstickets lediglich 30 Euro zu nehmen. Das ist in etwa der Betrag, den auch die Gewoba in ihrem Parkhaus an der Moltkestraße verlangt. Im Gegenzug werden Ganztagestickets etwas teuer als bislang geplant: fünf statt drei Euro. Christiansen: „Das trifft nicht die Einheimischen, sondern zum Beispiel Touristen. Für die spielen diese zwei Euro mehr im Rahmen ihres Gesamtbudgets keine große Rolle.“

Wie viel Geld die Parkgebühren in die Stadtkasse spülen werden, dazu wollte der Bürgermeister keine Prognose abgeben. Kritik gab es nur von Johannes Thaysen (Grüne), der sich dafür aussprach, schon früher mit der Parkraumbewirtchaftung zu beginnen.

Folgende Staffelung der Parkgebühren ist geplant:

bis 30 Minuten frei
bis eine Stunde 1,00 Euro
jede weitere Stunde 0,50 Euro
Tagesticket 5,00 Euro
Monatsticket 30,00 Euro

Die Gebühren sollen einheitlich im neuen Parkhaus und auf den Parkplätzen im öffentlichen Straßenraum in der Innenstadt gelten.

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