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Wirtschaft in Schleswig : Die Netzwerker von St. Jürgen

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Der größte Gewerbeverein Schleswigs vertritt nach der Fusion mit den „Schliekiekern“ jetzt 120 Mitglieder.

Der Gewerbeverein St. Jürgen hält seine Arme weit ausgebreitet – und immer mehr neue Mitglieder kommen. Längst gehören auch Firmenvertreter aus anderen Stadtteilen sowie aus dem Umland zur Familie der Gewerbetreibenden. Damit geht das Konzept der St. Jürgener um den Vorsitzenden Wolfgang Harm ganz offensichtlich auf. „Wir wachsen kontinuierlich und erweitern damit ständig unser Branchen-Netz“, sagt er. Der neueste Zuwachs kommt gleich von nebenan: von den Schliekiekern. Weil in der „Werbegemeinschaft rund um den Schliekieker“ von ursprünglich 30 Mitgliedern am Ende nur noch 13 übrig blieben, hat sich diese Vereinigung komplett aufgelöst. Deren ehemaliger Vorsitzender Heiko Ebsen sowie acht weitere Mitglieder haben sich deshalb nun dem St. Jürgener Gewerbeverein angeschlossen.

So gibt es in Schleswig statt fünf nur noch vier Gewerbevereine: neben dem in St. Jürgen sind es die Wirtschaftsvertretungen im Friedrichsberg, im Lollfuß sowie in der Ladenstraße. Mit über 120 Mitgliedern ist jedoch der St. Jürgener Verein, der sich mit dem Beinamen „Drachentöter“ schmückt, der größte in der Stadt. Die Vorstände aller vier Vertretungen aber treffen sich regelmäßig zu Besprechungen. „Denn wir wollen ja den Wirtschaftsstandort Schleswig gemeinsam voranbringen“, sagt Harm.

Zusammen mit seinem Vorstand versteht sich Harm als Netzwerker. Leute aus unterschiedlichen Branchen zusammenbringen, damit sie gemeinsame Projekte schmieden können – das sehe er als wichtige Aufgabe an. Dazu gehöre auch die „Kompass“-Broschüre, die der Gewerbeverein alle paar Monate herausgibt, um auf diese Weise die Mitgliedsfirmen einem breiten Publikum nahezubringen. „In unseren Reihen finden sich alle möglichen Branchen. Da ist der Grafiker, der Segelmacher, der Autohaus-Inhaber, der Drucker oder der Dachdecker, und dazu kommen viele Dienstleister.“ Sie alle unter einem Dach zu vereinen und auch immer wieder zu gemeinsamen Aktionen zu ermuntern, um im Gespräch zu bleiben, das sei Aufgabe des Vorstandes, meint Ex-„Schliekieker“-Mann Heiko Ebsen, der sich jetzt in St. Jürgen engagiert. Es gehe um eine Vielzahl von Schleswiger Betrieben in einer überschaubaren Größe, die gemeinsam ihre Stärken nach außen tragen wollen. Ebsen: „Wir befinden uns durch das Internet ja in einer fast weltweiten Konkurrenzsituation. Aber unsere Stärke ist doch, dass wir unsere Angebote auf die Kunden vor Ort und deren Bedürfnisse zugeschnitten haben.“ Wolfgang Harm ergänzt, dass es aber auch Arbeitsplätze kaum im Internet gebe und weist darauf hin, dass der Gewerbeverein gerade eine Lehrstellenbörse für seine Mitglieder einrichte.

Anerkennung kommt auch von außen. IHK-Geschäftsstellenleiter Stefan Wesemann sieht eine „geballte Kompetenz“ innerhalb des St. Jürgener Gewerbevereins sowie ein „gutes Marketing bei der Außendarstellung“. Bürgermeister Arthur Christiansen betont gegenüber den SN: „Eine aktive Wirtschaftsförderung liegt mir besonders am Herzen. Im Rathaus schätzt man die Arbeit des Gewerbevereins hoch ein und wird sie weiterhin fördern.“

Die St. Jürgener nehmen den Bürgermeister beim Wort. Gemeinsam mit der IHK setzen sie sich dafür ein, dass neue Glasfaserkabel im gesamten Gewerbegebiet verlegt werden – für eine schnelle Internetverbindung. Harm: „Ohne die floriert die Wirtschaft nicht.“

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erstellt am 04.Mai.2014 | 07:11 Uhr

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