Bücherei-Leiterin Ursula Nielsen : Die Marathon-Frau geht

Staffelübergabe: Die neue Büchereileiterin Petra Herzig (li.) mit ihrer Vorgängerin Ursula Nielsen (2. von re.), Bürgermeister Arthur Christiansen und Rathaus-Fachbereichsleiterin Julia Pfannkuch.
Staffelübergabe: Die neue Büchereileiterin Petra Herzig (li.) mit ihrer Vorgängerin Ursula Nielsen (2. von re.), Bürgermeister Arthur Christiansen und Rathaus-Fachbereichsleiterin Julia Pfannkuch.

42 Jahre arbeitete Ursula Nielsen in der Stadtbücherei, davon 31 Jahre als Leiterin – jetzt übernimmt Petra Herzig.

shz.de von
30. August 2018, 16:43 Uhr

42 Jahre war Ursula Nielsen (63) in der Schleswiger Bücherei tätig, davon 31 als Leiterin. Auch wenn die Bücherei nicht immer unter der Verwaltung der Stadt Schleswig stand – Nielsen ist geblieben. Nun geht sie in Ruhestand und übergibt die Bücherhoheit an Petra Herzig (48). „Sie war meine Wunschkandidatin, und ich gehe mit einem guten Gefühl in den Ruhestand“, sagt Nielsen.

Sie vergleicht die letzten 42 Jahre mit einem Marathon. „Mit denen habe ich übrigens auch Erfahrung“, lacht Nielsen. Die ersten 25 Jahre gehen wunderbar und sind eigentlich viel zu schnell wieder vorbei, danach wird es manchmal etwas schwerer und ab dem 35. Jahr dann besonders schwer. Wenn es dann in den Endspurt geht und nur noch zwei Kilometer oder eben Jahre übrig bleiben, werde man von einer Welle der Euphorie getragen. „Ich freue mich, dass gerade die letzten beiden Jahre so gut liefen und ich mit vielen guten Erinnerungen gehe“, sagt Nielsen.

Sie möchte sich jetzt viel dem Fahrradfahren widmen, ihrer Leidenschaft. Außerdem möchte sie sich mehr für die Natur und Umwelt einsetzen. Als kleines Geschenk an sich selber wird sie morgen noch ein letztes Mal an der Abschlussfeier des Ferienleseclubs teilnehmen. „Es sind die Gespräche mit den Kindern, wenn sie von ihren gelesenen Büchern erzählen, die mir immer wieder ein Lächeln ins Gesicht bringen und Freude bereiten“, sagt Nielsen, der die Leseförderung von Kindern sehr am Herzen liegt.

Diesen Gedanken teilt sie mit ihrer Nachfolgerin Petra Herzig. „Lesen bildet und ist wichtiger denn je, wenn man bedenkt, dass nach neuesten Studien über zehn Prozent der Viertklässler nicht sinnentnehmend lesen können“, sagt Herzig. Ihr ist es wichtig, ein Angebot für alle zu schaffen: Die Bücherei soll ein Ort zum Wohlfühlen für die ganze Familie werden. Dafür könne man aber nicht einfach in der Bücherei sitzen und warten, sondern müsse auch nach außen gehen, aktiv werden und sich mit anderen vernetzen. Letzteres sei etwas, das Nielsen bereits viel getan hat und sie weiter fortführen möchte. Sie bedankt sich außerdem für den Monat Einarbeitungszeit, in dem sie viel von ihrer Vorgängerin lernen und mitnehmen konnte.

Die Bücherei hat sich in den 42 Jahren, die Nielsen dort verbracht hat, stark gewandel. Neben der Einführung von Computern, um das Ausleihen zu erleichtern, und vor zwei Jahren dann der Umstellung auf Selbstausleihe, hat sich auch das Angebot stark erweitert. Neben CDs und DVDs sind auch Brettspiele aufgenommen worden. Inzwischen sind es etwa 40 000 Medien in der Bücherei selbst, und über die Online-Ausleihe hat man Zugriff auf 80 000 hauseigene Medien und über den Bestellvorgang theoretisch auf unendlich viele. „Die Stadtbücherei ist das Tor zur Welt, öffnen Sie es einfach“, sagt Herzig.

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