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Schleswiger Nachrichten

13. Dezember 2017 | 10:23 Uhr

Ulsnis : Die Männer vom Dreimännerteich

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Der Ulsnisser Dreimännerteich wurde 1777 angelegt – und auch heute sind es drei Männer, die sich um den Teich kümmern.

Der Dreimännerteich in Ulsnis ist eher ein stilles Fleckchen im Zentrum des Ortes. Nur einmal im Jahr steppt dort der Bär: Wenn am Teich und in den umliegenden Straßen der „Flohmarkt am Dreimännerteich“ stattfindet. Privatleute aus Ulsnis und den umliegenden Orten räumten jetzt wieder ihre Keller, Dachböden und Kinderzimmer aus und machten auf ihren Verkaufstischen Überflüssiges zu Schnäppchen. Der Förderverein der Kirche zu Ulsnis sammelte Bücher, Schallplatten und Nippes bei seinen Mitgliedern und gab sie gegen selbst festgesetzte Spenden ab. Der Andrang war groß, die Stimmung familiär. Denn Profis sind auf diesem Markt ausdrücklich verboten und die Preise sind niedrig. „Ein Flohmarkt sollte nicht überteuert sein“, erklärt Organisator Heinz Reichenberg eine der Grundprinzipien der Veranstaltung. Deshalb sei man auch mit einer Torte als Standgebühr einverstanden. Die würde dann gemeinsam mit Wurst, Steaks und Getränken verkauft. Der Überschuss fließt in die Pflege und Ausstattung des Teichgeländes ein.

Der Name „Dreimännerteich“ ist historisch bedingt und an die Feldgemeinschaft der „Dreimänner“ angelehnt, die im 18. Jahrhundert nördlich der Schlusbek lag. Aber auch heute noch passt der ungewöhnliche Name, denn Heinz Reichenberg ist einer der drei Männer, die dem Dreimännerteich sein heutiges Aussehen geben. Die beiden anderen sind Gerd und Klaus Tönnsen. Sie mähen den Rasen und halten die Sitzgelegenheiten in Ordnung.

Sowohl Einwohner wie auch Touristen schätzen den Teich als „Naherholungsgebiet“. Ein kleiner Steg ermöglicht das Beobachten von Goldfischen und Karpfen. Das Betreten ist ausdrücklich erlaubt. Aber der Zugang zum Wasser ist dabei durch einen komplizierten Verschluss gesichert – mit einem Schloss, an dem der Schlüssel immer steckt. Damit soll verhindert werden, dass Kinder ins Wasser fallen.

„Viele Urlauber wissen das schon“, meint Gerd Tönnsen. Sie brächten bereits Brot mit, um die Fische zu füttern. Insgesamt würden die Sitzbänke, die aus den Erlösen der letzten Flohmärkte angeschafft wurden, sehr gut angenommen. Auch für Radfahrer sei dieser Platz ein Geheimtipp für die Rast auf einer längeren Strecke. Immerhin fordert am Dreimännerteich seit kurzem ein Schild dazu auf: „Ruh di ut und Kiek op de Diek.“

Der Dreimännerteich wurde 1777 als Feuerlöschteich angelegt – lange bevor Freiwillige Feuerwehren gegründet wurden und ehe die Felder von Gemein- in Privateigentum übergingen. Dennoch hat er diese Funktion bis heute beibehalten. Die Position des Löschteichs in der Mitte des Ortes wurde gewählt, um möglichst kurze Wege zu potenziellen Brandstellen zu haben.

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