Fünftklässler in Schleswig : Die Lornsenschule ist wieder gefragt

Die Lornsenschule ist bei der WLan-Ausstattung ganz vorn mit dabei.
Lornsenschule

Rückkehr zu G 9 wirkt sich deutlich auf die Anmeldezahlen aus an der Lornsenschule aus. Die Gemeinschaftsschulen behaupten sich im Wettbewerb.

ove2.jpg von
28. März 2018, 12:43 Uhr

Paul Auls, der neue Direktor der Domschule, nimmt es sportlich: „Dass die Lornsenschule diesmal vor uns liegt, ist doch auch ganz schön. Die haben in den letzten Jahren genug gelitten.“

In den vergangenen Wochen haben die Eltern der angehenden Fünftklässler aus Schleswig und Umgebung ihre Kinder an den weiterführenden Schulen angemeldet. Und erstmals seit 2010 hat die Lornsenschule wieder die Nase vorn: Das Gymnasium an der Michaelisallee kann mit 128 Sextanern und fünf Parallelklassen planen. Die Domschule meldet lediglich vier Klassen mit insgesamt 94 Schülern (siehe Tabelle).

Woher kommt diese Trendwende? Weder Auls noch sein Kollege Carsten Schmolling von der Lornsenschule widersprechen der Vermutung, dass es einen ganz wesentlichen Faktor gibt: Die Lornsenschule kehrt zurück zum Abitur nach neun Jahren (G 9), wie es die Domschule schon in den vergangenen Jahren – als eines von ganz wenigen Gymnasien in Schleswig-Holstein angeboten hatte. „Dies ist jedenfalls der wesentliche Unterschied in unserem Angebot im Vergleich zu den Vorjahren“, sagt Schmolling. Ob andere Faktoren eine Rolle bei der Entscheidung der Eltern gespielt haben, sei schwer zu beurteilen. „Im Prinzip haben wir uns genauso präsentiert wie in den Vorjahren auch“, meint der Leiter der Lornsenschule.

Grundsätzlich ist das veränderte Anmeldeverhalten eine Rückkehr zur Normalität. Die Stadt Schleswig als Schulträger will die räumlich beengte Domschule schon seit Jahren auf vier Parallelklassen pro Jahrgang begrenzen. „Eine zusätzliche Klasse hätten wir im neuen Schuljahr gar nicht mehr unterbringen können“, sagt Auls.

Veränderungen gibt es auch bei den Anmeldezahlen der Gemeinschaftsschulen. Die Bruno-Lorenzen-Schule meldet 101 Kinder, die Dannewerkschule 88 – jeweils mehr als in den Vorjahren, was auch damit zusammenhängt, dass die Gallbergschule abgewickelt wird und deshalb keine neuen Schüler mehr aufnimmt. Anders als in anderen Städten in der Region gelinge es, die Position der Gemeinschaftsschulen gegenüber den Gymnasien zu behaupten, sagt Bernd Nissen, der Leiter der Bruno-Lorenzen-Schule. Das sieht Dannewerkschul-Rektorin Andrea Schönberg genauso. Zu verdanken sei das nicht zuletzt der guten Beratung an den Schleswiger Grundschulen. Die Kollegen dort würden den Eltern erfolgreich vermitteln, dass nicht für jedes Kind das Gymnasium die beste Wahl ist.

Die derzeitigen Anmeldezahlen sind noch nicht der endgültige Stand. Erfahrungsgemäß kommen noch einige Kinder hinzu, deren Eltern die Meldefrist versäumt haben. Große Verschiebungen sind diesmal – anders als in den Vorjahren – jedoch nicht zu erwarten. Alle vier weiterführenden Schulen in der Stadt haben ausreichend Platz für ihre neuen Schüler, keine ist gezwungen, Ablehnungen zu versenden.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen