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Schleswiger Nachrichten

15. Dezember 2017 | 19:00 Uhr

Schleswig : Die Lollfuß-Schloss-Meile kommt

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Der Bau einer Pflegeeinrichtung auf dem ehemaligen „Stadt Hamburg“-Grundstück ist in den Startlöchern – und die Stadt sichert sich die Zugangswege.

von
erstellt am 01.Feb.2016 | 07:18 Uhr

Still ruht der Bauplatz unten am Lollfuß. Dort, wo ein Jahrzehnt lang die Ruine vom alten Hotel „Stadt Hamburg“ stand, sollte eigentlich schon im vergangenen Spätherbst mit dem Bau einer Pflegeeinrichtung begonnen werden. Das ist, wie man sieht, nicht passiert – denn auf der riesigen Brachfläche rührt sich nichts. Das soll sich nun jedoch in den kommenden Monaten ändern, kündigt auf SN-Nachfrage Andreas Anspach von der „Vita-Care“-Gesellschaft an. Er ist gleichzeitig Geschäftsführer der Pflegeeinrichtung an der Stampfmühle. Die neuen Pläne seiner Gesellschaft für die Seniorenresidenz in Nachbarschaft von Schloss Gottorf werden dem Bauausschuss, der am morgigen Dienstag im Rathaus tagt, vorliegen. In dieser Sitzung werden laut Tagesordnung die letzten planerischen Voraussetzungen für das Pflegeheim geschaffen. Damit ist der Weg für das Projekt geebnet.

Warum überhaupt die Verzögerung eingetreten ist, nachdem bereits im Mai 2015 die Entwürfe im Bauausschuss mit großer Zustimmung abgesegnet worden waren, lag daran, dass der Architekt kurze Zeit später verstorben war und daher ein neues Planungsbüro beauftragt werden werden musste, erklären die Projektbetreiber.

Aus dem aktuellen Bebauungsplan geht hervor, dass das mehrteilige Gebäude, das auch über einen geräumigen Innenhof verfügen wird, vierstöckig ist. Die Fassade soll mit einem ähnlich gelben Backstein versehen werden, wie es die benachbarten ehemaligen Pferdeställe auf der Schlossinsel – die heutigen Ausstellungsgebäude – vorgeben. Für die Senioreneinrichtung sind nach Anspachs Angaben etwa 100 Betten im stationären Bereich geplant. Zudem werde es Fachbereiche geben für Menschen mit Demenz sowie für Bewohner mit einem hohen Grad an Pflegebedürftigkeit und palliativer Versorgung. Doch auch für die künftigen Bewohner der Senioreneinrichtung, die ihr Leben „relativ selbstständig“ führen können, seien eigene Bereiche eingeplant.

Allerdings werde es mit Blick auf das neue Pflegestärkungsgesetz II ab 2017 noch „leichte inhaltliche Anpassungen des Raumnutzungskonzeptes“ geben. „Vita-Care“-Geschäftsführer Anspach: „Insgesamt wird das Gebäude-Ensemble über traumhafte Terrassen und Balkone mit Blick auf Schloss Gottorf und den Burggraben verfügen. Und das gesamte Parkgrundstück mit Rundwegen und vielen Sitzgelegenheiten wird eine Freude für jeden Spaziergänger sein.“

Tatsächlich herrscht Vorfreude auf die Spazierwege bei vielen Lollfußern und Schleswigern. Denn sie bekommen jetzt das, was sie sich seit Langem wünschen und wofür sich die Interessengemeinschaft Pro Lollfuß vehement eingesetzt hat: den Verbindungs- und Flanierweg über das ehemalige Stadt-Hamburg-Grundstück direkt bis zur Schlossinsel. Und das ist sogar hieb- und stichfest. Rathaus-Sprecherin Antje Wendt bestätigt gegenüber den SN: „Es wurde vertraglich geregelt, dass die gesamte Promenade im Besitz der Stadt ist.“ Das hätten Stadt und die Pro-Lollfuß-Initiative mit dem Bauträger so ausgehandelt. Und es bedeutet: Der Durchgangsweg ist öffentlich und wird es auch bleiben – unabhängig von den Eigentumsverhältnissen dieses Grundstücks.

Voraussichtlich wird die Stadt den Flanierweg komplett pflastern, sagt Antje Wendt. So können man dann trockenen Fußes vom Lollfuß aus durch das Parkgelände bis zur Brücke über den Schlossgraben und somit direkt auf die Schlossinsel gelangen. 150 Meter lang (und 2,5 Meter breit) wird der attraktive Spazierweg sein. Der alte Baumbestand auf dem Areal soll zum großen Teil erhalten bleiben, so dass es ein richtiger Park-Spaziergang wird.

Durch die Direkt-Verbindung zum Schloss erhoffen sich die Lollfuß-Bewohner eine zusätzliche Belebung ihres Quartiers. Denn durch den ausgewiesenen Weg würden Schloss-Touristen eher dazu angeregt, noch einen Trip zum Lollfuß und in die Innenstadt zu machen und nicht – wie manches Mal beobachtet – nach dem Museumsbesuch schnell Reißaus zu nehmen und wieder stadtauswärts zu fahren.

Festgelegt in einem sogenannten Durchführungsvertrag mit dem Bauträger hat die Stadt ebenfalls, dass das Bauvorhaben am Lollfuß noch in diesem Jahr beginnt.

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